Suchen

»kfz-betrieb«-Auto-Check: Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid

| Autor: Steffen Dominsky

So mancher Hersteller hybridisiert sein(e) SUV(s) nach Schema F. Nicht so Mitsubishi im Fall des Outlander Plug-in-Hybrid. Die Japaner gehen bei ihm eigene und durchaus interessante technische Wege. Mancher passt jedoch nicht zu jedem Nutzerprofil.

Firmen zum Thema

Bei vielen Kunden ist der Funke offenbar übergesprungen: Mehr als 150.000 Einheiten konnte Mitsubishi vom Outlander Plug-in-Hybrid bereits verkaufen.
Bei vielen Kunden ist der Funke offenbar übergesprungen: Mehr als 150.000 Einheiten konnte Mitsubishi vom Outlander Plug-in-Hybrid bereits verkaufen.
(Bild: Dominsky/»kfz-betrieb«)

Obwohl gestandener Handwerker musste auch ich mir bei so manchem Ikea-Mobiliar bereits eingestehen: Es kann durchaus Sinn machen, eine Anleitung zuvor und nicht erst im Nachhinein zu lesen. Aber das, was Mitsubishi da im Fall des Outlander Plug-in-Hybrid in Form der Bedienungsanleitung zu Papier gebracht hat, lässt so machen Nutzer bzw. Besitzer zusammenzucken. Fast ein Dreiviertel-Kilogramm wiegt das gute Stück. In anderen Zahlenwerten ausgedrückt: Es umfasst über 700 Seiten. Und nein, diese beinhalten nicht vier, fünf oder acht Sprachen, sondern ausschließlich Deutsch!

Wer sich dennoch mit dem Druckwerk bzw. ohne dessen Lektüre gleich mit dem Fahrzeug auseinandergesetzt hat, versteht, weshalb. Es steckt verdammt viel Technik in dem Wagen. Die japanischen Ingenieure haben sich wahrlich nicht lumpen lassen. Denn statt den Verbrennungsmotor „nur“ als seriellen oder als parallelen Hybridantrieb auszulegen, haben sie gleich beides möglich gemacht.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

In der Praxis sieht das Antriebsszenario wie folgt aus: Beschleunigt man moderat, treibt den Outlander an der Vorderachse ein 60 KW starker, an der Hinterachse ein 70 KW starker E-Motor an. Fordert der Fahrer mehr Leistung ab, schaltet sich der 2,4-Liter-Benzinmotor hinzu und fungiert in der ersten Stufe als Generator für die E-Motoren (serieller Hybridmodus). Erst in der zweiten Stufe treibt der auch direkt die Räder an (paralleler Hybridmodus).

Warum gerade dieser Benziner als Antriebsquelle?

Im Bedarfsfall steht einem dank der beiden E-Motoren auch ein Allradantrieb zur Verfügung. Positiv auf die Funktion als potenzielles Zugfahrzeug wirkt sich das nicht aus. Nur sehr bescheidene 1.500 Kilogramm darf der „Mitsu“ an den Haken nehmen. Bis 135 km/h kann das SUV rein elektrisch fahren. Mit Verbrennerantrieb sind nicht wirklich schnelle 170 km/h drin.

Mehr würde aber aus Verbrauchssicht auch keinen Sinn machen. Denn oberhalb von circa 130 km/h mutiert der 2,4-Liter-Saugbenziner (135 PS) zum Schluckspecht. In Anbetracht des Luftwiderstands und des Gewichts von zwei Tonnen auch kein Wunder. Umso unverständlicher, dass die Mitsubishi-Mannen nicht auf einen kleineren, aber aufgeladenen Motor gesetzt haben, den man in einem begrenzten Drehzahl- bzw. Lastband betreibt. Oder warum haben sie den Hybrid nicht mit einem effizienten Dieselmotor kombiniert?

Nein, für langes und zugleich schnelles Reisen ist der Outlander in dieser Antriebskonfiguration nicht gemacht. Dafür aber zum entspannten Dahingleiten, allen voran auf Landstraßen, und zur täglichen Nutzung im Stadt- bzw. stadtnahen Bereich. Dort kann er seine Hybridqualitäten voll ausspielen. Hier kann der Nutzer tatsächlich um die 50 Kilometer rein elektrische Reichweite erzielen. Besteht nur wenig Möglichkeit zum Rekuperieren, reduziert sich die Power des 13,8 kWh großen Lithium-Ionen-Akkus zusehends. Realistisch sind dann circa 30 Kilometer rein elektrisches Vorwärtskommen. Aufladen lässt sich der „MIVEC 4 WD“, wie der vollständige Name des Outlanders lautet, an einer Haushaltssteckdose innerhalb von 5,5 Stunden.

(ID:45879107)

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "bike & busines", "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group