»kfz-betrieb«-Autocheck: Jeep Wrangler Rubicon

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Bereit für den Großstadtdschungel

Deutlich wichtiger für den Praxisbetrieb dürfte für viele potenzielle Käufer jedoch ohnehin die Anhängelast des amerikanischen Heavy-Duty-SUVs sein: Die liegt beim Zweitürer bei 1.500 Kilogramm und beim Viertürer bei 2.500 Kilogramm.

Auch beim Thema Assistenzsysteme lässt sich Jeep nicht lumpen. So war unser Testwagen etwa mit einem Totwinkelassistenten ausgestattet. Die Rückfahrkamera ist ohnehin bei allen Modellen serienmäßig enthalten, ebenso wie die Einparksensoren. Hinzu kommt passend für den Geländesportler hintere Querbewegungserkennung sowie ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) mit Überschlagsvermeidung.

Wie man es von einem standesgemäßen Jeep Wrangler erwartet, lässt sich auch der Rubicon vollständig „entkleiden“: Dach, Türen und Frontscheibe lassen sich entfernen. In der Mittelkonsole hat der Hersteller hierfür ein kleines Werkzeugset platziert.

Fahren, fast wie Fliegen

Fahren im Jeep Wrangler Rubicon ist eine Klasse für sich. Maßstäbe eines konventionellen Tests anzuwenden, wäre unangebracht. Der Wendekreis ist groß und das Fahrwerk eben nicht das eines auf Geschwindigkeit und Komfort getrimmten SUVs. Wer Wrangler fährt, steht im wahrsten Sinne darüber – auch dank der 255/75-R17-Bereifung. Oder wie meine Tochter meinte: „Es ist als würde man auf einem Berg fahren.“

Dennoch, der Amerikaner wartet mit erstaunlichem Komfort bei Autobahnfahrten auf. Klar, er ist lauter als herkömmliche Autos, dabei aber nicht dröhnend. Auch beim Tempo braucht er sich nicht zu verstecken. Mit etwa 150 Stundenkilometern fährt es sich trotz Offroad-Bereifung noch immer angenehm. Und auch der Verbrauch des 2.2-Multijet-II-Diesels schnellte mit durchschnittlich 9,5 Litern auf 100 Kilometer nicht über Gebühr in die Höhe. Der Jeep-Diesel erfüllt dabei laut Hersteller die RDE-Standard Euro-6d-Temp-Norm, leistet bei 3.500 Umdrehungen pro Minute 147 kW/200 PS und ist mit Start-Stopp-Automatik ausgestattet.

Alternativ steht noch ein 2.0-Turbo-Benzinmotor mit 200 kW/ 270 PS zur Wahl. Beide sind mit einem neu entwickelten Achtgang-Wandlerautomatik-Getriebe ausgestattet. Dies funktioniert tadellos unauffällig und dem geländesportlichen Charakter des Wrangler angemessen. Der Preis für den viertürigen Rubicon ist für beide Motorvarianten gleich und liegt bei 56.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Wer im finnischen Outback wohnt oder komfortabel Pferdeanhänger durch die Lande ziehen will, findet mit dem Rubicon einen markanten und potenten Begleiter. Für Groß- und Kleinstadtcowboys hingegen ist er wie ein High-End-Smartphone – er kann viel mehr als man jemals braucht, macht aber tierisch Spaß.

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