»kfz-betrieb«-Autocheck: Jeep Wrangler Rubicon

Grobstoller mit Komfortfaktor

| Autor: Dr. Holger Schweitzer

Rundlichere Formen – kantiger Kerl. Der neue Jeep Wrangler bleibt sich trotz modernster Ausstattung treu.
Rundlichere Formen – kantiger Kerl. Der neue Jeep Wrangler bleibt sich trotz modernster Ausstattung treu. (Bild: »kfz-betrieb« / Schweitzer)

Es gibt sie noch: die Autos, die wirklich für Dreck und Gelände gebaut sind. Der Jeep Wrangler ist einer der wenigen Überlebenden dieser Gattung. Allradantrieb, Differenzialsperre, Bodenfreiheit und echte Geländereifen machen klar: Wer es ernst meint, kann mit dem Wrangler die Kühe oder Mustangs auf der Prärie einfangen fahren. In der langen Rubicon-Version und dezent leuchtendem Orange fällt es dabei schwer, sich als unauffälliger Verkehrsteilnehmer zu geben.

Da die meisten mitteleuropäischen Autofahrer Offroad mittlerweile maximal mit unbefestigten Straßen gleichsetzen, gilt es, den Käufer von heute mit zeitgemäßer Onroad-Ausstattung zu verwöhnen. So thront der Wrangler-Dompteur wohlgebettet in edlen Ledersitzen und kann sich über einen im Rubicon 8,4-Zoll-großen Touchscreen durch den übersichtlich gehaltenen Dschungel des Infotainments bewegen.

Für wohliges Ambiente sorgen bei eisigen Temperaturen Sitz- und Lenkradheizung. Von Apple Carplay und Android Auto bis zu Google Maps mit Sprachnavigation lässt der amerikanische Pfundskerl kaum Infotainmentwünsche offen. Der Zündschlüssel musste einem Startknopf weichen – natürlich wetterfest eingebettet, sollte man bei Fahrten ohne Dach doch mal von einem Regenschauer überrascht werden oder das Spritzwasser bei der Amazonasdurchfahrt in den Innenraum schwappen.

Gen-treuer Offroader

Bei aller hochwertiger Ausstattung, die für hartgesottene Offroader zu viel sein mag – der Jeep Wrangler ist im Design zwar leicht modernisiert, bleibt jedoch unverkennbar wie eh und je: Von der kastenförmigen Silhouette über die Rundscheinwerfer bis zum Kühlergrill mit den charakteristischen sieben Lüftungsöffnungen. Hinzu kommen kleine Hommage-Akzente an vergangene Jeep-Generationen. So ist etwa auf dem Knauf des Allradhebels die Silhouette eines Willy's-Jeep aufgebracht. Das Dekor findet sich übrigens auch auf den Radnaben wieder – nicht wirklich notwendig, aber das Kind im Manne freut´s.

Der Wrangler bleibt seinen Genen für Fahrten abseits befestigter Wege und Straßen treu. So gibt es ihn mit zwei verschiedenen Vierradantriebssystemen mit den futuristischen Bezeichnungen Command-Trac für die Modelle Sport und Sahara sowie Rock-Trac für den Rubicon. Beide Systeme verfügen über ein neues, zweistufiges und vollautomatisches Verteilergetriebe, das das Motordrehmoment für die Vorder- und Hinterräder kontinuierlich überwacht. Der Fahrer kann zwischen vier Betriebsmodi wählen:

  • 2H für reinen Hinterradantrieb mit Straßenübersetzung
  • 4H Auto als vollautomatischen, aktiven Vierradantrieb mit Straßenübersetzung
  • 4H Part-Time lässt den Vierradantrieb mit Straßenantrieb permanent zuschalten
  • 4L als permanenten Vierradantrieb mit Geländeuntersetzung

Dem Rubicon hat Jeep zusätzliche Offroad-Qualitäten ins Fahrwerk gesteckt: Hierzu gehören etwa die Dana-Heavy-Duty-Achsen sowie eine elektronische Schlupfbegrenzung. Sie sollen den Rubicon selbst für extreme Geländetrails fit machen. Elektrische Vorder- und Hinterachssperren und elektronisch entkoppelbare vordere Querstabilisatoren vervollständigen das Fahrwerkspaket für den Einsatz im asphaltfreien Terrain.

Weitere Zahlen, die für einen Großteil der Pkws so nicht verfügbar sind, unterstreichen die Safari-Ambitionen der jüngsten Wrangler-Generation: Sie umfassen etwa einen Böschungswinkel von 36,4 Grad vorne und 30,8 Grad hinten beim zweitürigen Rubicon bei einer Bodenfreiheit von mehr als 25 Zentimetern und bis zu 76 Zentimetern Wattiefe. Getestet haben wir die Leistungsfähigkeit des Wranglers abseits befestigter Straßen leider nicht – stattdessen bleiben wir davon beeindruckt, dass ausgiebige Abenteuer in Prärie, Dschungel und Wüste jederzeit möglich sind.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45874747 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Byton: „Ein digitales Erlebnis“

Byton: „Ein digitales Erlebnis“

45.000 Euro netto will das chinesische Start-up Byton für sein Elektro-SUV M-Byte verlangen. Nach dem Start in China Anfang 2020 soll das Auto ein Jahr später auch nach Europa kommen. Byton-Manager Andreas Schaaf erläutert die Pläne des Fabrikats. lesen

Caroobi: Räuber oder Robin Hood?

Caroobi: Räuber oder Robin Hood?

Caroobi schaltet sich immer häufiger zwischen freie Werkstatt und Endkunde. Aus Sicht der Berliner geschieht das nur zum Vorteil der Betriebe. Die künftigen Pläne des Start-ups erläutert Geschäftsführer Philipp Grosse Kleimann. lesen