Sommerempfang des Kfz-Gewerbes Bayern „Wir werden noch sehr lange das Auto brauchen“

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Die Betriebe des Kfz-Gewerbes garantieren trotz aller Herausforderungen die individuelle Mobilität der Menschen in Bayern und bleiben eine starke Wirtschaftskraft – so das Kfz-Gewerbe Bayern bei seinem Sommerempfang. Kritik ging zugleich an die Politik.

Präsident Albert Vetterl (l.) führte den bayerischen Finanzminister durch die Ausstellung im Verkehrszentrum des Deutschen Museums.(Bild:  Zietz - VCG)
Präsident Albert Vetterl (l.) führte den bayerischen Finanzminister durch die Ausstellung im Verkehrszentrum des Deutschen Museums.
(Bild: Zietz - VCG)

Es war ein launiger Sommerabend mit gern gesehenen Gästen vor passender Kulisse: Im Verkehrszentrum des Deutschen Museum in München feierte am Mittwochabend das bayerische Kraftfahrzeuggewerbe seinen traditionellen Sommerempfang.

Als besonderen Festgast konnte Präsident Albert Vetterl diesmal seinen Namensvetter Albert Füracker, bayerischer Staatsminister für Finanzen, gewinnen. Zuvor begrüßte Vetterl im Namen seines Stellvertreters Günter Friedl und des Landesinnungsmeisters Rudolf Angerer die rund 350 Gäste.

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Namentlich nannte Vetterl die Vertreter der sieben bayerischen Innungen: Obermeister Hans Bader, Karl-Heinz Breitschwert (jun.), Roland Hoier, Alois Huber und Michael Krammer, die Ehrenobermeister Walther Engelhardt und Günther Haller sowie Arne Joswig als Präsident des Zentralverbands des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) sowie den Vizepräsidenten Thomas Peckruhn.

Bayerische Kfz-Betriebe als starke Wirtschaftskraft

Das Kfz-Gewerbe Bayern sei eine starke Wirtschaftskraft und sichere die individuelle Mobilität der Menschen in den Städten und insbesondere im ländlichen Raum. Es muss sich aber zugleich den Herausforderungen stellen, machte Vetterl in seiner Ansprache deutlich. Besonders schwer liege dabei der Branche das Verbrennerverbot im Magen.

Die fehlende Technologieoffenheit der Politik bei den Fahrzeugantrieben und die politische Entscheidung für das Verbrenner-Aus seien nicht nachvollziehbar und schwächten am Ende die Wirtschaftskraft Deutschlands. Aber auch andere Hürden machten es den rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetrieben und mit ihren rund 140.000 Mitarbeitern tagtäglich schwer, kritisierte Vetterl scharf. Allen voran nannte Vetterl die finanziellen Belastungen durch Grund, Gewerbe-, Einkommens- und Umsatzsteuern.

Hohe steuerliche Abgaben belasten den Mittelstand

Besonders belastend sei mit Blick auf die Unternehmensnachfolge die hohe Erbschaftssteuer. Dazu kommen bürokratische Vorgaben, so müssten Betriebe Belege zehn Jahre aufbewahren und alles genau dokumentieren.

Die Branche müsse sich den besonderen Herausforderungen bei der Ausbildung von Nachwuchs- und Fachkräften, den Folgen der Transformation und der Mobilitätswende und dem Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos stellen. Damit ließe die Politik das Kfz-Gewerbe allein und verhänge stattdessen Verbote. Das sei der falsche Weg.

Vetterl: „Wir brauchen belastbare Rahmenbedingungen.“ Und diese seinen weniger Steuerbelastungen und Bürokratie, moderne Infrastruktur, gut ausgebaute Verkehrswege, schnelles Internet, Technologieoffenheit, fairer Zugang zu den Fahrzeugdaten, unternehmerische Freiheit statt Agenturverträge und bezahlbare Autos.

Vetterl fordert belastbare Rahmenbedingungen ein

„Das sind die Leitplanken, zwischen denen das Kraftfahrzeuggewerbe den Weg in die Zukunft nimmt“, betonte Vetterl. Bayern sei und bleibe Autoland und das Kfz-Gewerbe werde auch künftig die Menschen mobil halten, egal mit welcher Antriebsform. Das Auto sei kein Auslaufmodell, im Gegenteil: „Wir werden noch sehr lange das Auto brauchen“, zeigte sich Vetterl überzeugt.

Das bestätigte auch Staatsminister Füracker in seiner Gastrede. Der bayerische Finanzminister versprach, die erforderlichen Rahmenbedingungen für das bayerische Kfz-Gewerbe einzufordern und lobte die Branche. Die Autobranche sei nicht nur finanziell wichtig für die bayerische Wirtschaftskraft, sondern auch emotional. Denn sie hielte die Menschen, jung wie alt, mobil und unabhängig.

Er halte es für den falschen Weg, diejenigen zu belasten, die zu den Leistungsträgern der Gesellschaft zählten. „Wir sollten die Anpacker und nicht die Ankläger unterstützen“, so Füracker.

Bekenntnis des Finanzministers zum Autoland Bayern

Den Weg der Bundesregierung, allein auf die Elektromobilität zu setzen, halte er für falsch – ebenso, das Auto zu verteufeln. Es sei für Gesellschaft wie Wirtschaftskraft unverzichtbar und dürfe von der Politik nicht abgewürgt werden.

Unter den Gästen waren unter anderem Frank Mund als Präsident des Kfz-Gewerbes NRW, dessen Vorgänger Ernst-Robert Nouvertné, der Ehrenpräsident der Handwerkskammer München-Oberbayern, Heinrich Traublinger und der Präsident der HWK Unterfranken, Michael Bissert. Außerdem waren vor Ort die Partner des Kfz-Gewerbes Bayern mit Christian Stettner von der Nürnberger Versicherung, Hans-Jürgen Hoffmann und Bernhard Jantsch von der DAT, Stefan Zügner vom »kfz-betrieb« und Jörn Everhard und Benjamin Klatt von der Bank11.

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Nach dem Applaus und dem traditionellen Fotoshooting der Gäste vor der Sponsorenwand des Kfz-Gewerbes folgte der gesellige Teil des Sommerempfangs inmitten der Ausstellung des Verkehrszentrums.

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