Kfz-Gewerbe: Kennzahlen im Aufwärtstrend

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Entscheidende Kennzahlen der Branche haben sich 2015 weiter verbessert. Vor allem die gestiegene Eigenkapitalquote sieht ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann als positives Zeichen, warnt jedoch vor zu viel Optimismus.

Trotz besserer Kennzahlen will jede Investition gut überlegt sein.
Trotz besserer Kennzahlen will jede Investition gut überlegt sein.
(Foto: gemeinfrei)

Das vergangene Jahr war gut für das Kfz-Gewerbe. „Die Entwicklung der Kennzahlen ist wie auch schon im vergangenen Jahr sehr erfreulich“, kommentiert ZDK-Geschäftsführerin Antje Woltermann die Kennzahlen aus Jahr 2015. Dabei konnten zahlreiche Kennzahlen erneut im Vergleich zum Vorjahr zulegen, wie die nun von der ZDK-Abteilung Betriebs-, Volkswirtschaft & Fabrikate veröffentlichte Übersicht zeigt.

Demnach lag die durchschnittliche Umsatzrendite 2015 bei 1,6 Prozent. Damit konnten die Autohäuser und Werkstätten ihre Rendite im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Punkte steigern und erzielten den zweithöchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Lediglich 2011 war die Umsatzrentabilität mit 1,7 Prozent knapp höher.

Doch um für die Betriebe die notwendigen Investitionen zu tätigen reicht die Rendite nicht. ZDK-Präsident Jürgen Karpinski wiederholte bereits mehrmals, dass eine Rendite von 3 Prozent notwendig sei, um in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, in moderne Werkstatttechnik und nicht zuletzt in Glas, Stahl und Steine nach den Vorgaben der Hersteller für den Neuwagenvertrieb zu investieren. Mit 1,6 Prozent erzielten die Betriebe im vergangenen Jahr lediglich ein Niveau, das der Verband als Minimumvorgabe bezeichnet.

Die Eigenkapitalquote stieg 2016 um 2,7 Punkte auf nunmehr 24,9 Prozent. Damit erreicht die Eigenkapitalquote einen neuen Höchstwert. Als Minimum hat der Verband bislang eine Größenordnung von 25 Prozent bezeichnet, die im vergangenen Jahr quasi erreicht wurde. „Besonders positiv ist die Entwicklung der Eigenkapitalquote“, so Woltermann. Die Eigenkapitalquote ist wichtig im Hinblick auf die Kreditvergabe der Banken. „Es ist auch für Unternehmen des Kfz-Gewerbes einfacher geworden, Kredite zu bekommen.“

Über die vergangenen Jahre hinweg hat die Eigenkapitalquote deutlich zugelegt. Vor 2006 lag sie noch unter 10 Prozent, dann erst wurde sie zweistellig. Mit Ausnahme vom Jahr 2008, als die Quote um 1,3 Punkte zurückging, konnte das Eigenkapital im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich zulegen.

Woltermann warnt allerdings auch vor zu viel Optimismus: „Die gute konjunkturelle Lage sollte nicht den Blick auf die strukturellen Probleme verstellen, die noch zu lösen sind.“ Unter anderem durch die Niedrigzinspolitik der EZB sind Marktmechanismen außer Kraft gesetzt worden. „Günstige Kredite sind leicht zu bekommen, attraktive Geldanlagen sind nicht in Sicht. Das führt dazu, dass teilweise Investitionen in Neu- oder Umbauten von Autohäusern getätigt werden, die aus betriebswirtschaftlicher Sicht eher kritisch sind.“

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