Vorschlag der EU Kfz-Gewerbe kritisiert Pläne zur jährlichen HU

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Der ZDK lehnt die Pläne der EU zur jährlichen Hauptuntersuchung für ältere Autos entschieden ab. Dafür gebe es keinen Anlass.

Der hohe Standard der Hauptuntersuchungen in Deutschland sowie die üblichen Inspektionen bei Fahrzeugen sorgen bereits dafür, dass von älteren Fahrzeugen kein überhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko ausgeht, so der ZDK.(Bild:  ProMotor)
Der hohe Standard der Hauptuntersuchungen in Deutschland sowie die üblichen Inspektionen bei Fahrzeugen sorgen bereits dafür, dass von älteren Fahrzeugen kein überhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko ausgeht, so der ZDK.
(Bild: ProMotor)

Der Vorschlag der EU, ältere Autos jährlich zur Hauptuntersuchung zu bringen, stößt auf heftige Kritik aus dem Kfz-Gewerbe. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht weder einen Mehrwert für die Verkehrssicherheit noch für den Verbraucherschutz und warnt vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für Autofahrer.

Wie berichtet, hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, eine jährliche Hauptuntersuchung (HU) für Fahrzeuge ab einem Alter von zehn Jahren einzuführen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken.

ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün betont, dass nicht die Häufigkeit der Hauptuntersuchungen, sondern deren fachliche und technische Qualität entscheidend für die Sicherheit auf den Straßen sei. „Nicht die Frequenz der Hauptuntersuchungen ist entscheidend, sondern ihre fachliche und technische Güte“, so Grün.

Die bereits heute hohen Kosten im Straßenverkehr würden durch eine jährliche HU weiter steigen, was insbesondere Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich belaste. Aus diesem Grund lehnt der ZDK eine jährliche HU-Pflicht für ältere Fahrzeuge ausdrücklich ab.

Deutschland als Vorreiter bei Prüfqualität

Die Hauptuntersuchung in Deutschland wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, um der zunehmenden technologischen Komplexität moderner Fahrzeuge gerecht zu werden. Im Mittelpunkt stehen mittlerweile die Prüfung von Assistenzsystemen, Elektromobilität und das gezielte Auslesen elektronischer Fehlerspeicher. Auch die Emissionsüberwachung wurde verschärft: Seit 2018 ist die Endrohrmessung wieder Pflicht, und seit Juli 2023 gilt zusätzlich die Partikelzahlmessung für Euro-6-Dieselfahrzeuge.

Laut Grün geht die in Deutschland geltende zweijährige Prüffrist für Hauptuntersuchungen bereits heute teilweise über die relevanten EU-Vorgaben hinaus und gewährleistet ein hohes Maß an Verkehrssicherheit. Pauschale Altersregelungen, die die Wartungsqualität und den tatsächlichen Zustand eines Fahrzeugs außer Acht lassen, brächten keinen zusätzlichen Nutzen.

Erfahrungen aus der Praxis: Ältere Fahrzeuge nicht unsicherer

Werkstattberichte und praktische Erfahrungen zeigen, dass ältere Fahrzeuge keine signifikant höheren sicherheitsrelevanten oder schweren Mängel aufweisen als jüngere Modelle. Die technische Reife der Fahrzeuge, regelmäßige Wartung und die hohe Kompetenz der Kfz-Fachbetriebe tragen wesentlich zur Verkehrssicherheit bei.

Ein weiterer Aspekt: In Deutschland ist eine jährliche Fahrzeuginspektion in Fachbetrieben üblich. Dabei werden alle sicherheitsrelevanten Aspekte überprüft – ein wesentlicher Beitrag zur Betriebs- und Verkehrssicherheit, der bei der Diskussion um Prüfintervalle berücksichtigt werden sollte.

Der ZDK sieht im steigenden Durchschnittsalter der Fahrzeugflotten kein wachsendes Sicherheitsrisiko. Die Zahl der durch technische Mängel verursachten Unfälle ist seit Jahren rückläufig. „Ohne den Nachweis eines Gewinns an Verkehrssicherheit zu erbringen, sind Vorschläge für jährliche Pflichtinspektionen vollkommen haltlos“, so Grün.

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