Kfz-Gewerbe trauert um Heino Niemann

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Das Kfz-Gewerbe und vor allem der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern haben Heino Niemann viel zu verdanken. Nun ist der langjährige Präsident und Ehrenpräsident im Alter von 73 Jahren gestorben.

Heino Niemann ist gestorben.
Heino Niemann ist gestorben.
(Bild: Landesverband)

Das Kfz-Gewerbe trauert um Heino Niemann. Der einstige Präsident und Ehrenpräsident des Kfz-Landesverbandes Mecklenburg Vorpommern und Vorstandsmitglied beim ZDK ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Niemann engagierte sich jahrzehntelang ehrenamtlich für die Kraftfahrzeugbranche. Vor der Wende war er bereits Obermeister der Berufsgruppe Kfz-Handwerk in Rostock und hatte sich seinen Sporen als Vorsitzender der Gesellenprüfungskommission verdient.

Als einer der ersten Präsidenten in den neuen Bundesländern gestaltete Niemann die Entwicklung des Kfz-Gewerbes in der Wendezeit mit. Von 1990 bis 2005 war er erster Präsident einer freiwilligen Handwerkerorganisation in Mecklenburg-Vorpommern.

Er gründete zunächst den Verband des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern und etablierte dann die zehn Kfz-Innungen, die als Struktur heute noch gelten. Keine Experimente wie Bildungszentren, sondern solide und finanziell stabile Kfz-Innungen waren das Hauptaugenmerk, um sich dort auf Augenhöhe zu begegnen.

Sein Motto war: Integration statt Konfrontation. Dies galt für alle Gespräche mit allen Organisationseinheiten, den Prüforganisationen und allen anderen Partnern im Kfz.-Gewerbe. Dadurch war es möglich, dass die Mitgliedszahl von anfangs 300 auf etwa 1.000 anwuchs.

Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Partnerverband Schleswig-Holstein war sehr menschlich geprägt: Wahre Freundschaften sind entstanden, die bis heute gelebt werden. Zuletzt kam dies im Rahmen der Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen des Kfz-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern zum Ausdruck.

„Heino Niemann war der ruhende Fels in einer ständig wechselnden Brandung. Seine sachliche, ruhige und klare nordische Art wurde nicht nur in Norddeutschland geschätzt“, erinnert sich Jörg Behncke, Geschäftsführer des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern, an viele gemeinsame Jahre. „Er war offen für alles Neue, aber auch mit gewisser Skepsis. Er engagierte sich mehr für seine Berufskollegen als für sein eigenes Wohl.“

Erfolgreich war Heino Niemann auch als Unternehmer: 1958 stieg er in den von seinem Vater 1932 gegründeten Meisterbetrieb ein, um das Kfz-Handwerk zu erlernen. 1961 schloss er seine Lehre ab und übernahm 15 Jahre später die Firma.

Nach der Wende wurde Niemann Opel-Vertragshändler und baute ein neues Autohaus, das 1992 eingeweiht wurde. 2005 beendete Sohn Holger seine Ausbildung zum Kfz-Meister und übernahm zwei Jahre später die Firma, die nun in der dritten Generation geführt wird.

Heino Niemanns Leben ist ohne den Rennsport nicht vorstellbar. Bereits Ende der Fünfzigerjahre begann er seine Karriere als Speedway-Rennfahrer. Sein sportlicher Erfolg brachte ihn bis in die Nationalmannschaft.

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