Kfz-Gewerbe will mehr Frauenpower
Die Ausbildungszahlen im Deustchen Kraftfahrzeuggewerbe bewegen sich auf konstant hohem Niveau. Steigern will der ZDK den Anteil der Mädchen unter den Auszubildenden.
Über 30 000 neue Lehrlinge hat das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe zu Beginn des Ausbildungsjahres 2007/08 eingestellt. Mit insgesamt 94 500 Azubis und einer Ausbildungsquote von rund 20 Prozent ist es nach wie vor eine der größten Ausbildungsbranchen Deutschlands. Diese Zahlen gab ZDK-Präsident Robert Rademacher bekannt.
Rademacher freute sich, dass die Zahl der Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um 1 000 angestiegen sei. Nur ein Wermutstropfen trübe die ansonsten durchweg positive Bilanz: Es bilden weniger Betriebe aus, die Ausbildungsbetriebsquote sank um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent.
Hoch qualifizierte Bewerber
Erfreulich sei dagegen die zunehmende Einstiegsqualifikation der Berufsbewerber. Inzwischen kann jeder zweite Lehrling mindestens die Mittlere Reife vorweisen. Hier würden sich die Arbeit der Nachwuchsförderungskampagne sowie die Neugestaltung des Berufsbilds Kfz-Mechatroniker auszahlen. Mit der höheren Schulbildung der Azubis gehe eine niedrige Abbrecherquote von 16 Prozent einher.
Die Frauenquote in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker nehme zu, wenn auch auf niedrigem Niveau. Derzeit erlernen rund 1 300 junge Frauen den Beruf einer Kfz-Mechatronikerin, sie haben damit einen Anteil von zwei Prozent. Diese Quote möchte der Verband mittelfristig auf vier Prozent verdoppeln. Dazu hat er die Kampagne „Girls ans Auto“ gestartet.
Kfz-Gewerbe muss sich für Mädchen öffnen
„Das Kraftfahrzeuggewerbe sollte sich jungen Bewerberinnen öffnen, um Vorurteile zu überwinden und das Image des interessanten Berufsbilds Kfz-Mechatroniker/in anzuheben“, nannte ZDK-Geschäftsführer Ingo Meyer als Ziel. Umfragen hätten ergeben, dass junge Frauen die Arbeit in einem Kfz-Betrieb positiver beurteilen, wenn sie diese selbst erlebt haben.
Hauptbestandteil der Kampagne ist der „Girls’ Day“ am 24. April. Dann öffnen bis zu 10 000 Kfz-Betriebe ihre Werkstatttore für Schülerinnen. Das Kraftfahrzeuggewerbe beteiligt sich zum zweiten Mal am Mädchen-Zukunftsstag. Bei der Premiere 2007 sei die Resonanz sehr positiv gewesen, berichtete Meyer. Im Mittelpunkt steht die Praxis: Mädchen können Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe gewinnen und Kontakte knüpfen.
Als Botschafterinnen des Kfz-Gewerbes werben die beiden Kfz-Mechatronikerinnen Christiane Gowik und Nora Bost für den Girls’ Day. Gowik belegte beim „Girls Casting 2007“ des ZDK den zweiten Platz, Bost nahm als einzige Mechatronikerin unter 15 Männern am Bundesleistungswettbewerb 2007 teil.
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