Betriebskonzept Kfz-Rockstars – die Werkstatt als Bühne

Von Cara Stibolitzki 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Kfz-Handwerk verdient mehr Wertschätzung, findet Robert Merz. Deshalb hat er die „Kfz-Rockstars“ ins Leben gerufen und will damit Werkstätten bei der Vermarktung und der Nachwuchssuche helfen.

Gründer Robert Merz beim zweiten internationalen Treffen der Kfz-Rockstars im März 2023 in Berlin. Rund 200 Vertreter der Mitgliedsbetriebe kamen zusammen. (Bild:  Kfz-Rockstars)
Gründer Robert Merz beim zweiten internationalen Treffen der Kfz-Rockstars im März 2023 in Berlin. Rund 200 Vertreter der Mitgliedsbetriebe kamen zusammen.
(Bild: Kfz-Rockstars)

Im Zuge der Mission, Kfz-Betriebe sowohl für Kunden als auch Auszubildende wieder sichtbarer werden zu lassen, verfolgt Robert Merz als Gründer der Kfz-Rockstars ein dialogorientiertes Konzept. Über 300 Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich bereits zusammengefunden, um sich in regelmäßigen Zoom-Treffen über strategische, kaufmännische sowie technische Angelegenheiten in der Kfz-Branche zu beratschlagen.

Sie alle wollen den eigenen Betrieb optimieren: einen größeren Umsatz erzielen, früher Feierabend machen, qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen und sich in ihrer Region profilieren. Gegenwärtig scheinen diese Ziele für die meisten Werkstätten jedoch nicht miteinander vereinbar zu sein. Geldsorgen trotz Überstunden sind ebenso wie chronischer Fachkräftemangel die Regel. Seit 2019 gehen die Kfz-Rockstars gegen diese Misere an.

Bildergalerie

Voraussetzung: Region und Motivation

Um als Kfz-Betrieb in die Gemeinschaft mit aufgenommen zu werden, gibt es keine festgelegten Kriterien, die zu erfüllen wären. Entscheidend ist vielmehr die Einstellung des Personals: Der Wille zur Veränderung sollte vorhanden, und auch der Posten in der jeweiligen Region sollte noch unbesetzt sein, da die Kfz-Rockstars in jedem Gebiet nur eine Werkstatt aufnehmen. Die Regionen definieren sie je nach Bevölkerungsdichte und Leistungsportfolio der einzelnen Betriebe unterschiedlich.

Das Ziel ist, diese durch ihre Alleinstellungsmerkmale in Service, Konditionen und Kundenbindung zur ersten Anlaufstelle in der Gegend zu entwickeln. Über ein optisches Erkennungszeichen verfügen Mitgliedsbetriebe allerdings nicht. Ist eine Werkstatt interessiert, beizutreten, wird in einem individuellen Strategiegespräch zunächst die Qualifikation des Betriebs evaluiert.

Eine eigene Strategie für jeden Betrieb

Erweist er sich als geeignet, investiert der Betrieb im Rahmen seiner Mitgliedschaft je nach Umfang und Bedarf einen vier- bis fünfstelligen Betrag. Dabei rechnen die Werkstätten damit, die Ausgaben innerhalb der nächsten Wochen durch die Umstrukturierungsmaßnahmen der Kfz-Rockstars wieder einholen zu können. Die vorläufige Mitgliedschaft umfasst sechs Monate, innerhalb derer sich die neu aufgenommenen Betriebe bewähren und zeigen können müssen, dass sie imstande sind, die Strategie von Robert Merz umzusetzen.

Innerhalb der ersten drei Monate erhalten sie dafür ein personalisiertes Starter-Programm. Nach diesem halben Jahr entscheiden dann auch die anderen Mitgliedsbetriebe, ob der neue Betrieb langfristig in die Gemeinschaft mit aufgenommen wird. Als Mitglied erhält man zunächst einen individuellen Strategieplan sowie einen Online-Account, der Zugang zu verschiedenen Trainings gewährt. In Gruppen tauschen sich die Mitarbeiter aus, bei Fragen können sie sich an Rockstar-Trainer und -Strategieberater wenden.

Regelmäßig informieren sich die Mitglieder untereinander, wie sie die neuen Maßnahmen in ihren jeweiligen Betrieben umsetzen. Werkstattbetreiber, die auf der Suche nach Mitarbeitern sind, können hier lernen, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht; für größere Betriebe werden Team-Trainings für die Mitarbeiterschaft angeboten.

Viele Kunden entscheiden sich bei Reparaturleistungen für eine preisgünstige Werkstatt, doch laut den Kfz-Rockstars sollten diese sich dabei bewusst machen, dass diese günstigen Angebote häufig auf Kosten einer langfristigen Problembehebung gehen und es sich durchaus lohnt, im Sinne einer nachhaltigen Investition etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Mit Blick auf die Digitalisierung, strengere Herstellervorgaben und neue Antriebskonzepte von Fahrzeugen, die mit einem steigenden Bedarf an Fachwissen einhergehen, warnt Robert Merz vor einer Überlastung der freien Werkstätten und appelliert an die Betriebe, sich zusammenzuschließen und eigene Wege zu gehen.

(ID:49582154)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung