Kfz-Meister in der Schule
Demographische Entwicklung hin, Akademisierungswahn her – die Kfz-Innung Trier-Saarburg hat den direkten Draht zu potenziellen Nachwuchskräften.

Während das Handwerk über den Akademisierungswahn diskutiert, hat die Kfz-Innung Trier-Saarburg eine einfache Antwort darauf gefunden. Sie sucht den direkten Kontakt zu den angehenden Auszubildenden. Entsprechend führt sie der Weg in die allgemeinbildenden Schulen, wo Meister für eine Ausbildung im Handwerk werben.
Dort stoßen sie auf offene Ohren. Denn die Handwerksmeister inszenieren nicht einfach eine Werbeveranstaltung, sondern trainieren mit den Schülerinnen und Schülern. Dabei geht es zum Beispiel darum, wie sich die Jugendlichen bei Vorstellungsgesprächen am besten verhalten und was ein Handwerksmeister vom Bewerber wissen möchte. Informationen erhalten die Schüler aus erster Hand – vom Handwerksmeister selbst.

Die Kfz-Innung Trier-Saarburg hat dazu mit allen Real- und Gesamtschulen eine enge Kooperation geschlossen. Auch an Gymnasien wirbt sie seit Kurzem für eine Karriere im Handwerk. Die 114 Mitgliedsbetriebe der Innung bilden pro Jahrgang rund 60 Azubis aus. „Die Zahl der Auszubildenden war in den vergangenen Jahren recht stabil“, erläuterte Obermeister Alfons Behr.
Auf der jährlichen Innungsversammlung hat auch Helmut Görres, Leiter der Schiedsstelle, einen wichtigen Part. Denn er informiert nicht nur über die Fallzahlen, sondern stellt einzelne Fälle vor. Auf die Namen der Beteiligten verzichtet er, stattdessen erläutert er genauer den Sachverhalt und stellt den gefundenen Lösungsansatz vor. So erfahren die Teilnehmer der Mitgliederversammlung, wie sich Streit vermeiden lässt. Hoffnungsvoll stimmt den Schiedsstellenleiter die Zahl von rund 20 Betrieben und Kunden, die sich bei der Schiedsstelle informierten, wie sie einen sich abzeichnenden Streit noch vermeiden können.
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