Nach dem Benziner und dem Elektromodell bringt KGM von seinem Softroader Torres jetzt die Hybridversion. Der Motor hält sein Sparsamkeits-Versprechen und auch der Preis stimmt. In anderen Bereichen hat der Koreaner aber noch Luft nach oben.
Der Torres Hybrid lässt sich unaufgeregt und entspannt bewegen, die Systemleistung von 150 kW/204 PS reicht aber auch für flinke Überholmanöver.
(Bild: KGM)
Mehr Fahrspaß, weniger Verbrauch – diese Eigenschaften verspricht KGM (früher Ssangyong) für seinen ersten Vollhybriden, den Torres Hybrid. Er komplettiert die bisher aus einem reinen Benziner und einem Stromer bestehende Modellfamilie. Wie seine beiden noch als Ssangyong gestarteten und im Zuge der Namensänderung umgetauften Geschwister spricht der Neuzugang rein äußerlich eher Autonutzer mit Offroad-Affinität an.
Doch die wuchtige Front, die Haltegriffe auf der Motorhaube oder die stilisierte Ersatzrad-Mulde am Heck sind eher der Show geschuldet. Das zwischen Kompakt- und Mittelklasse angesiedelte 4,70-Meter-Gefährt ist im Kern ein echter Softroader mit Hang zur Harmonie. Die Zurückhaltung zeigt sich auch bei den Anhängelasten: 500 Kilo ungebremst und 1.300 Kilo gebremst sind im Konkurrenzumfeld eher wenig.
Der neue Antrieb passt gut ins Konzept. Denn um seine Stärken und Vorteile auszunutzen, empfiehlt sich eher eine zurückhaltende Fahrweise. Dann zeigt die Kombination aus 1,5-Liter-Benziner und E-Maschine ihre Qualitäten: Der Torres Hybrid lässt sich unaufgeregt und entspannt bewegen, die Systemleistung von 150 kW/204 PS reicht aber auch mal für ein flinkes Überholmanöver. Bei vernünftigen 180 km/h ist Schluss mit dem Vorwärtsdrang.
Wer sich öfter in diesen hohen Temporegionen aufhält, wird allerdings den mit 6,1 Liter je 100 Kilometer angegebenen WLTP-Durchschnittsverbrauch nicht mal ansatzweise erreichen. In der Stadt, mit häufiger Nutzung der per Rekuperation gefüllten Hybridbatterie mit einer Kapazität von 1,83 kWh, ist der Wert dagegen durchaus zu schaffen. Zum Vergleich: Der Benziner-Torres wird mit 7,9 Litern pro 100 Kilometer angegeben, das sind immerhin knapp zwei Liter Unterschied.
Der koreanische Hersteller hat bei seinem ersten Doppelherz-Antrieb ordentlich Aufwand getrieben: Die Rekuperationsintensität lässt sich in drei Stufen verstellen. Das bei KGM DHT genannte Hybridgetriebe gibt die jeweils benötigte und angeforderte Antriebskraft automatisiert an die Vorderräder weiter. Basierend auf Echtzeitdaten etwa von Gaspedalstellung oder Drehmomentbedarf wird der passende Antriebsmodus gewählt und die Kooperation von Verbrenner und E-Maschine optimiert, heißt es beim Hersteller.
Für entspannte Ausflüge
Bei den ersten Testfahrten gefiel der Hybrid mit unauffälliger Umsetzung der gewünschten Fahrdynamik, ohne störende Geräusche oder Ruckeln. Sicher könnte man sich einen noch etwas kräftigeren Punch beim Kickdown vorstellen, aber dafür ist dieser Torres nicht gedacht. Er ist eher fürs Wohlfühl-Klima zuständig, für entspannte Ausflüge, die angesichts des relativ sparsamen Antriebs durchaus auch länger ausfallen dürfen.
Dazu passen sowohl das mehr als ordentliche Platzangebot des koreanischen Crossover-Modells sowohl in der ersten und zweiten Reihe, als auch im zwischen 703 und 1.663 Liter großen Gepäckabteil hinter der steil stehenden Heckklappe. Das Interieur klopft selbstbewusst sogar ein wenig beim Premium-Segment an, der kritische zweite Blick offenbart dann aber doch Kunststoff-Flächen, die etwas an der Wertigkeit und am Gesamteindruck kratzen.
Beim Einsteigen fällt sofort der leicht gebogene Doppelbildschirm aus zwei je 12,3 Zoll großen LCD-Displays ins Auge. Links werden alle relevanten Informationen eingespielt. Die Bedienung der diversen Menüs in der rechten Bildschirm-Hälfte ist vergleichsweise simpel, die wichtigsten Schritte etwa zur Navigation oder zur Klima-Einstellung hat man schnell drauf. Natürlich gibt auch der Torres Hybrid reichlich als nervig empfundene Signale der zahlreich versammelten Assistenzsysteme von sich. Die sind zwar vorgeschrieben, könnten aber dezenter interpretiert werden. Was noch auffällt: Bei der Konkurrenz gibt es Infotainment-Angebote, die bei Tempo und Grafik die Latte höher legen. Aber man kommt mit dem Gebotenen gut klar.
Ab knapp 33.000 Euro
Man muss ja immer auch auf den Preis schauen. Schließlich startet der Torres Hybrid zur Markteinführung als zeitlich befristetes Sondermodell Essential schon bei 32.990 Euro. Dazu kommen die drei regulären Versionen Bliss, Forest und Lux, die zwischen 39.390 und 45.890 Euro kosten. Die Aufpreisliste ist übrigens rekordverdächtig klein. Außer Metallic-Lack (700 Euro) und 600 Euro teuren 20-Zöllern beim Forest lässt sich nichts mehr dazu bestellen.
Stand: 08.12.2025
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