Kia testet digitalisierte Direktannahme

Autor Andreas Wehner

Bei ausgewählten Kia-Partnern kommt in einer einjährigen Pilotphase ein neues System von API zur „geführten Direktannahme“ mit dem Ipad zum Einsatz.

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Bei ausgewählten Kia-Partnern kommt in der Direktannahme ein Ipad zum Einsatz.
Bei ausgewählten Kia-Partnern kommt in der Direktannahme ein Ipad zum Einsatz.
(Foto: Kia)

Kia startet in einem Pilotprojekt die Direktannahme mit dem Ipad. Wie der Importeur am Dienstag mitteilte, testen ausgewählte Kia-Händler ein Jahr lang ein neues System der sogenannten „geführten Direktannahme“ von API Automotive Process Institute. Eine digitalisierte Checkliste führt den Serviceberater schrittweise durch den Annahmeprozess. Sie basiert auf den Vorgaben von Kia Motors Deutschland und wird an die Anforderungen des jeweiligen Autohauses angepasst. Die Benutzeroberfläche wurde ebenfalls nach den Kia-Spezifikationen gestaltet.

Das Programm ist Teil des neuen Direktannahme-Systems API R 1000, das sich um das bereits eingeführte System API R 2000 erweitern lässt. Letzteres beinhaltet zusätzliche Module wie die automatische Fahrwerksvermessung oder den lasergesteuerten Reifenscan und ist ebenfalls Bestandteil des Tests.

Lückenlose Ermittlung des Wartungs- und Reparaturbedarfs

Bei der digitalisierten Direktannahme nehmen der Serviceberater und der Kunde am Ipad gemeinsam den Fahrzeugzustand Punkt für Punkt unter die Lupe. Dabei gleicht das Programm die erhobenen Daten sofort mit den Herstellervorgaben ab. Flüssigkeitsstände, sichtbare Fahrzeugschäden und der Reifenzustand werden mit Hilfe der ins Ipad integrierten Kamera festgehalten. Die automatisierte Analyse soll eine lückenlose Ermittlung des Wartungs- und Reparaturbedarfs gewährleisten, denn das Programm wechselt erst zum nächsten Prüfbereich, wenn der aktuelle vollständig abgearbeitet ist. Die Gesamtauswertung wird dem Kunden am Schluss in Form eines anschaulichen Ampelfarben-Systems auf dem Bildschirm präsentiert.

Da der Serviceberater von der handschriftlichen Dokumentation entbunden ist, soll er mehr Zeit haben, sich dem Kunden zu widmen und ihm den potenziellen Wartungs- oder Reparaturbedarf zu erläutern. Das System unterstützt ihn mit Argumentationsvorschlägen, die in dem Programm hinterlegt sind.

Digitalisierte Direktannahme bleibt freiwillig

Kia will nach eigenen Angaben mit dem Pilotversuch herausfinden, welche Vorteile eine digitalisierte Direktannahme für den Handel hat und bei welchen Partnern sie sich rechnet. Bei dem Importeur gehört die Direktannahme mit der Einführung der neuen Händlerverträge ab Juni zu den Standards. Die digitalisierte Variante soll allerdings freiwillig bleiben.

Das System kostet laut Kia einmalig 3.900 Euro für die Lizenz und 1.499 Euro für die Einrichtung. Anschließend fallen monatliche Gebühren an. Bei den Pilothändlern übernehmen Kia und API einen Teil der Kosten.

Die geführte Direktannahme gebe dem Serviceberater ganz neue Möglichkeiten, den Kunden in den Annahmeprozess einzubeziehen und ihm die objektive Analyse anschaulich zu demonstrieren, erläutert Ralf Ploenes, Direktor Aftersales bei Kia Motors Deutschland. „Darüber hinaus ist dieses Ipad-System eine hervorragende Visitenkarte. Denn es signalisiert dem Kia-Besitzer schon bei der Direktannahme, dass sein Autohaus im Servicebereich auf modernste Technik setzt“, so Ploenes.

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