Klares Zeichen gegen Schwarzarbeit

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

DIe Kfz-Innung und die Stadt Salzgitter wollen gegen illegale Machenschaften vorgehen und setzen ein klares Zeichen: Schwarzarbeit hat hier nichts verloren.

Gerhard Kunze, Obermeister der Innung Salzgitter (Foto: Archiv)
Gerhard Kunze, Obermeister der Innung Salzgitter (Foto: Archiv)

Die Kfz-Innung Salzgitter hat der Schwarzarbeit den Kampf angesagt. Das Thema stehe ganz oben auf der Prioritätenliste, sagte Obermeister Gerhard Kunze bei der Mitgliederversammlung in Salzgitter.

Unterstützt wird die Innung dabei von der Stadt Salzgitter: Im Gegensatz zu den umliegenden Kommunen und Landkreisen geht sie mit eigens geschaffenen Stellen gegen den Betrug vor. Zwei Vollzeitkräfte sollen den Schwarzarbeitern das Leben schwer machen. Die Mitarbeiter bearbeiten jährlich rund 100 Fälle, die sich als begründet herausstellen. Auch das Kfz-Gewerbe ist davon wesentlich betroffen: Bei etwa 20 Prozent der Fälle handelt es sich um Autoreparaturen.

Bei ihrer Suche nach Schwarzarbeitern stehen die Ermittler vor zahlreichen Problemen: Es kommen zwar viele Hinweise, aber als Zeuge wollen nur wenige aussagen. Gerade die Schwarzarbeit im Kfz-Gewerbe finde häufig hinter verschlossenen Türen statt, erklärt Daniel Grams von der Stadt Salzgitter.

Ohne entsprechende Hinweise wissen die Ermittler meist nicht, wo die Schwarzarbeiter illegal schrauben. „Wir gehen jedem Hinweis nach“, betont Grams. Auch abends und an Wochenenden seien die Ermittler unterwegs. Dabei machen sie auch vor verschlossenen Hallen nicht halt. Im Notfall beantragen sie einen Durchsuchungsbeschluss beim Amtsgericht. Sind die Ermittler erfolgreich, kann es für die Ertappten teuer werden: Abhängig vom Gewinn mit der unerlaubten Arbeit droht ein Bußgeld zwischen 5.000 und 50.000 Euro.

Wege in die Legalität suchen

Den Tipp-Geber darf die Behörde jedoch nicht informieren, ob sich der Verdacht bestätigt hat oder nicht. Dies ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Gleiches gilt bei einer Anzeige: Auch zu einer möglichen Verurteilung gibt es keine Auskünfte.

Doch die Behörden wollen nicht nur den Schwarzarbeitern das Handwerk legen, vielmehr unterstützen sie auch bei der Suche nach Wegen aus der Illegalität. Die Aufgabe der Behörde bestehe auch darin, zu prüfen, unter welchen Umständen der Betrieb legal betrieben werden könne, so Grams.

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