Komplott wollte Leichnam von Enzo Ferrari entführen
Die italienische Anti-Mafia-Einheit hat einen spektakulären Raub verhindert. Eine Diebesbande hatte es auf den Sarg von Enzo Ferrari abgesehen, um von der Familie des Firmengründers Lösegeld zu erpressen.

Die italienische Polizei hat eine gleichermaßen spektakuläre wie makabre Straftat verhindert. Wie verschiedene Medien berichten, hatte eine Bande den Plan ins Auge gefasst, den Leichnam von Enzo Ferrari aus dessen Grab zu stehlen, um von den Hinterbliebenen des Ferrari-Gründers Lösegeld zu erpressen. Die italienische Anti-Mafia-Einheit bekam davon durch einen Zufall aber rechtzeitig Wind und verhaftete am Mittwoch in allen Regionen Norditaliens sowie auf der Insel Sardinien insgesamt 34 verdächtige Personen.
Ursprünglich hatte die Polizei gegen die Bande wegen Drogen- und Waffenhandels ermittelt, dabei waren die Carabinieri auf das außergewöhnliche Vorhaben der Verdächtigen gestoßen. Die Pläne sollen schon ziemlich ausgereift gewesen sein. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt, hatte ein Vorbestrafter aus dem sardischen Ort Orgosolo mit Wohnsitz in Parma den Friedhof von San Cataldo in Modena gemeinsam mit einem Komplizen bereits aufgesucht. Dort ist Enzo Ferraris Sarg hinter einer Marmorplatte in einer Gruft aufbewahrt. Den Zugang versperrt ein schweres Metallgitter.
Offenbar wollten die Täter nachts zuschlagen. Der Plan sah vor, mit zwei Autos und einem Möbelwagen anzurücken und in die Gruft einzusteigen. Anschließend wollten die Verdächtigen den Berichten zufolge den Sarg in ein Versteck in den Bergen des Apennin bringen und von Enzo Ferraris Sohn Piero Lösegeld fordern. Bei der Razzia am Mittwoch waren den Meldungen zufolge rund 300 Polizisten im Einsatz.
Der Rennfahrer Enzo Ferrari hatte 1929 mit der Scuderia Ferrari seinen eigenen Rennstall gegründet. Seit 1946/47 baut das Unternehmen auch Sportwagen für die Straße. Ferrari starb 1988 im Alter von 90 Jahren.
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