»kfz-betrieb«-Autocheck: Kia Sorento Koreanisches Platzwunder mit Premium-Ambitionen

Von Julia Mauritz

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Als Plug-in-Hybridvariante macht Kias Flaggschiff eine gute Figur: Das Familien-SUV ist mit Blick auf seine Größe sparsam unterwegs und bietet den Insassen Platz, Komfort und Sicherheit im Komplettpaket.

Wer das Fahrzeug an der heimischen Wallbox laden kann, ist mit dem Kia Sorento  Plug-in-Hybrid gut bedient.(Bild:  Michel — »kfz-betrieb«)
Wer das Fahrzeug an der heimischen Wallbox laden kann, ist mit dem Kia Sorento Plug-in-Hybrid gut bedient.
(Bild: Michel — »kfz-betrieb«)

Schon die Preisliste des getesteten Kia Sorento 1.6 T-GDI PHEV AWD 7S zeigt, was das sechssitzige Flaggschiff des koreanischen Herstellers besonders macht: Mit einem Plug-in-Hybridantrieb unter der Motorhaube und in der Top-Ausstattung Platinum kostet das gut 4,8 Meter lange SUV 62.940 Euro. Anders als bei anderen Marken, bei denen sich die Zusatzausstattung schnell auf einen fünfstelligen Eurobetrag summiert, schlagen beim getesteten Kia Sorento gerade einmal zwei Extras monetär zu Buche: die Metalliclackierung und die dritte Sitzreihe. Punkt. Mit dieser Zusatzausstattung kostet der Testwagen 64.650 Euro.

Gut bedient mit dem Kia Sorento ist, wer einen eleganten Teilzeitstromer sucht, der nicht nur jede Menge Platz für die Insassen und deren Gepäck bietet, sondern auch viel Komfort sowie moderne Assistenzsysteme in Fülle und Fülle. Der Sorento belegt einmal mehr: Die Zeiten, in denen die koreanischen Modelle auf der Charme-Skala weit unten rangierten und graues Hartplastik dominierte, sind vorbei. Das Außendesign des Kia Sorento wirkt gerade für ein so stattlich dimensioniertes SUV frisch und modern. Das Infotainmentsystem ist auf der Höhe der Zeit, wenngleich sich die Sprachsteuerung im Alltagstest durchaus noch als verbesserungswürdig entpuppte.

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Der großzügig dimensionierte Innenraum des Sorento hat Premiumcharakter, sowohl was die Optik und Haptik angeht als auch in puncto Ausstattung: angefangen beim automatisch zurückfahrenden Fahrersitz mit Memory-Funktion über die beheiz- und belüftbaren Vordersitze bis hin zu einem Remote-Parkassistenten, der den Sorento per Fernbedienung autonom in eine Parklücke hinein- und wieder herausrangiert. Lediglich auf den ein oder anderen Taster hätte Kia vielleicht verzichten können – die recht wuchtige Mittelkonsole wirkt etwas überfrachtet.

Überzeugen konnte der Testwagen auch in puncto Praktikabilität. Der Kofferraum schluckt mit einem Volumen von gut 800 Litern bei einer heruntergeklappten dritten Sitzreihe locker das Reisegepäck einer sechsköpfigen Familie. Die bequemen, beheizbaren Einzelsitze in der zweiten Reihe sind nicht nur verschiebbar, sondern lassen sich auch in der Neigung verstellen. Ein praktisches Detail sind auch die Sonnenrollos im Fond. In der dritten Sitzreihe ebbt der Sitzkomfort zwar merklich ab. Dennoch können dort auch Erwachsene Platz nehmen, sofern sie etwas gelenkig sind. In der dritten Sitzreihe gibt es auch USB-Anschlüsse. Zudem ist es von dort aus möglich, die Lehnen der zweiten Reihe per Knopfdruck umzulegen, um einfacher aussteigen zu können.

Bei einem so großen Augenmerk auf die Praktikabilität ist es verwunderlich, dass manch eine Alltagssituation wohl vergessen wurde. Nähert man sich beispielsweise auf dem Supermarktparkplatz dem Fahrzeug, erkennt der Sorento zwar den Schlüssel und bringt die Außenspiegel in die richtige Stellung, die hinteren Türen bleiben jedoch verriegelt.

195 kW/265 PS Gesamtsystemleistung

Eine gute Figur machte auf den Testfahrten auch das Antriebskonzept, für das sich Kia bei seinem Topmodell entschieden hat. Der koreanische Hersteller hat einen 132 kW/180 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit einem 67 kW/91-PS-Elektromotor kombiniert. Summa summarum ergibt das eine Gesamtleistung von 195 kW/265 PS. 8,7 Sekunden braucht das SUV, um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Schluss ist bei einer Geschwindigkeit von 193 km/h.

Mit der verbauten 13,8 kWh-Lithium-Ionen-Batterie schaffte es der Sorento, auf Landstraßen und im innerstädtischen Verkehr gut 50 Kilometern rein elektrisch zu fahren, zumindest bei einer für ein Elektroauto idealen Außentemperatur. Im Mischbetrieb mit aufgeladener Batterie begnügt sich der Sorento mit rund fünf Litern Benzin. Sehen lassen kann sich für ein SUV dieser Größe mit Allradantrieb aber auch der Verbrauch mit einer leeren Batterie: Auf einer längeren Autobahnfahrt lag dieser bei gut 7,5 Litern pro 100 Kilometer. Allerdings begrenzt der recht klein dimensionierte 47-Liter-Benzintank die Reichweite.

Der Benziner und der Elektromotor bilden zumindest bei sachter Fahrweise ein eingespieltes Team: Der Verbrenner schaltet sich geschmeidig und leise hinzu, wenn man schneller als 130 km/h fährt oder die Batterie weniger als 25 Prozent geladen ist. Die Sechsstufen-Wandlerautomatik schaltet weich, aber manchmal spürbar. Das fällt vor allem im elektrischen Fahrbetrieb auf. Denn der E-Motor ist anstelle des Wandlers im Gehäuse des Automatikgetriebes (Planetenbauweise, kein Doppelkupplungsgetriebe) und nutzt die Übersetzungen des Getriebes.

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Beeindruckend ist auch die breite Palette an Assistenzsystemen: angefangen beim aktiven Totwinkelassistenten mit Monitoranzeige über ein farbiges Head-up-Display bis hin zur navigationsbasierten Geschwindigkeitsregelanlage und einer Rundumsichtkamera. Als nervig erwies sich allerdings gerade auf schmalen Landstraßen der korrigierende Lenkeingriff beim Spurhalteassistenten. Er rief einem des Öfteren ins Gedächtnis, dass der Sorento unter den SUVs schon ein echter Tanker ist.

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