Kroymans: Das war’s dann
Die Veräußerung der Autohäuser der insolventen Kroymans-Gruppe ist so gut wie abgeschlossen. Acht Standorte haben einen neuen Eigentümer gefunden.
Rund ein halbes Jahr nach dem Insolvenzantrag von Kroymans Deutschland haben 8 von 17 Standorten einen neuen Eigentümer gefunden. Die übrigen Autohäuser sind inzwischen geschlossen. „Das muss jedoch noch nicht das endgültige Aus bedeuten“, erläuterte Rechtsanwalt Dirk Andres, der mit dem Fall betraute Sozius des Insolvenzverwalters Winfrid Andres.
Für einen Standort in München führe er derzeit „sehr konkrete“ Verhandlungen. „Dann gibt es noch zwei Standorte, wo vielleicht zumindest in Teilen noch etwas passiert“, sagte Andres im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. Bis zum Jahresende würden wohl Entscheidungen gefallen sein, erwartet der Rechtsanwalt. Damit ist einer der offensivsten Mehrmarkenhändler der Republik in Kürze Geschichte.
„Gemischtwarenladen“ war nicht einfach zu verkaufen
„Trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage haben wir es geschafft, fast die Hälfte der Autohäuser zu erhalten“, bilanzierte Andres. Aufgrund der komplizierten Struktur des Unternehmens mit zum Teil sehr großen Mehrmarkenhäusern sei die Suche nach Investoren nicht leicht gewesen. „Das war ein großer Gemischtwarenladen“, sagte der Rechtsanwalt.
Rund 280 Arbeitsplätze konnte der Insolvenzverwalter sichern. Auch wo Standorte nicht komplett veräußert werden konnten, beschäftigten Investoren zum Teil die Angestellten weiter. So übernahm zum Beispiel die Moll-Gruppe das Geschäft mit Jaguar und Land Rover in Düsseldorf und damit einen Teil der Kroymans-Mitarbeiter.
Um das Unternehmen attraktiv für Investoren zu machen, hatte der Insolvenzverwalter zusammen mit der Kroymans-Geschäftsführung ein Restrukturierungskonzept erarbeitet. Der Geschäftsbetrieb lief auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Juni weiter. Die Investoren hätten für die weitergeführten Standorte eine langfristige Prespektive entwickelt, so der Insolvenzverwalter. Am heutigen Donnerstag eröffnete die AVAG-Gruppe die beiden übernommenen Berliner Standorte als Ford-Autohäuser neu.
Folgende Standorte wurden verkauft (Investoren in Klammern):
- Berlin, Buschkrugallee (AVAG)
- Berlin, Goerzallee (AVAG)
- Dortmund ( Ebbinghaus Automobile)
- München-Fürstenfeldbruck ( Braun Automobile)
- Nürnberg (Mertel Italo Cars)
- Leverkusen (Schwabengarage – Emil-Frey-Gruppe)
- Neuss (Dahlmann-Gruppe)
- Bottrop (Autohaus Borgmann)
Kroymans Deutschland gehörte einst zu den größten Autohandelsgruppen des Landes. Die Tochter der niederländischen Kroymans Corporation musste im März 2009 kurz nach ihrer Muttergesellschaft Insolvenzantrag stellen. Zum Unternehmen gehörten damals 17 Autohäuser. Im Geschäftsjahr 2008 hatte Kroymans in Deutschland etwa 18.000 Neu- und Gebrauchtwagen verkauft und einen Gesamtumsatz von rund 380 Millionen Euro erwirtschaftet.
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