Kurioser Fall: US-Verkaufsstopp und Rückruf beim BMW i3

Autor Andreas Wehner

BMW hat den Verkauf des Elektroautos i3 in den USA vorläufig gestoppt und alle bislang ausgelieferten Modelle zurückgerufen. Die Hintergründe sind durchaus kurios, das zugrunde liegende Sicherheitsproblem ist ein sehr spezielles.

Kleine Menschen sollten beim i3-Fahren ihren Sicherheitsgurt tragen.
Kleine Menschen sollten beim i3-Fahren ihren Sicherheitsgurt tragen.
(Foto: BMW)

BMW ruft in den USA knapp rund 29.000 i3 zurück – das sind alle bislang dort ausgelieferten Elektromodelle. Über 1.000 Autos, die aktuell bei den Händlern stehen, dürfen vorerst nicht verkauft werden. Der Grund ist ein Sicherheitsproblem, das bei einem Crashtest der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA aufgefallen ist. Und das ist ein ziemlich spezielles.

Es betrifft nur Personen, die kleiner sind als 5 Fuß (1,52 Meter) und unter 110 Pfund (ca. 50 Kilogramm) wiegen. Wenn ein solcher Autofahrer keinen Sicherheitsgurt trägt, könnte er sich den Ergebnissen des NHTSA-Crashtests zufolge Nackenverletzungen zuziehen.

Jetzt fragt man sich: Darf man in den USA tatsächlich ohne Sicherheitsgurt Auto fahren? Man darf, und zwar im Bundesstaat New Hampshire. In den restlichen 49 Bundesstaaten ist der Gurt Pflicht. Aber die NHTSA berücksichtigt eben auch diese eine Ausnahme in ihren Tests. Es ist allerdings nicht bekannt, wie viele kleine, leichte Personen tatsächlich in New Hampshire einen i3 fahren. Sehr groß dürfte ihre Zahl nicht sein.

BMW weist in einem Statement darauf hin, der Autobauer habe in der Vergangenheit immer Wert darauf gelegt, in Sachen Sicherheit das höchste Niveau zu erreichen. Eigene Tests seien nicht auffällig gewesen. BMW kündigte an, Abhilfe zu schaffen, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Sicherheitssysteme auf die Nutzung von Gurten ausgelegt seien. Mit angelegtem Gurt seien die Fahrzeuge sicher.

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