Dello-Gruppe Kurt Kröger ist mit 87 Jahren verstorben

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Hansestadt Hamburg und die Automobilbranche verlieren einen großen Unternehmer. Kurt Kröger hat die Welt verlassen. Er hinterlässt eine der größten Autohausgruppen Deutschlands. Die Führungsfrage hatte er längst geregelt.

Der langjährige geschäftsführende Gesellschafter der Hamburger Dello-Gruppe, Kurt Kröger, ist gestorben.(Bild:  Lensch & Bleck)
Der langjährige geschäftsführende Gesellschafter der Hamburger Dello-Gruppe, Kurt Kröger, ist gestorben.
(Bild: Lensch & Bleck)

Ein großer Hamburger Kaufmann ist tot. Wie die Dello-Gruppe am Freitagnachmittag mitteilte, ist der langjährige Geschäftsführer der Autohausgruppe, Kurt Kröger, im Alter von 87 Jahren verstorben. Über Jahrzehnte hatte er als geschäftsführender Gesellschafter die Entwicklung des Unternehmens zu einem der großen Autohändler in Deutschland maßgeblich geprägt. Aktuell steht Dello auf Platz 15 im IfA-Neuwagenranking der Autohausgruppen.

Gelenkt hat er die Geschicke des Unternehmens mit hanseatischer Korrektheit und Verbindlichkeit in den Gesprächen, aber auch Zurückhaltung nach außen, bis alle Punkte vereinbart und die Unterschriften geleistet waren. Mit farblich auf die Krawatte abgestimmtem Einstecktuch in der Brusttasche des Sakkos erklärte er dann seinem Gegenüber die Situation oder den Vollzug einer Maßnahme. Zuletzt etwa, als Dello die Betriebe von Lensch & Bleck übernahm, dem Unternehmen des jetzigen ZDK-Präsidenten Arne Joswig.

Kurt Kröger begann seine Karriere 1954 bei Borgward und wechselte 1981 zu Peugeot. Sechs Jahre später übernahm er die Führung der Dello-Gruppe. Unter seiner Leitung wuchs das Unternehmen von 16 Standorten mit einem Umsatz von 125 Millionen Euro auf eine Firmengruppe mit 60 Autohäusern und einem Umsatz von 850 Millionen Euro. Heute beschäftigt die Dello-Gruppe 1.650 Mitarbeiter.

Seine Nachfolge hatte Kröger bereits vor mehreren Jahren geregelt. Seither liegt die operative Führung von Dello in den Händen der Geschäftsführer Björn Heilmann (Autohaus Hansa Nord), Christian Cuypers und Björn Böttcher (Dello/Dürkop). Bis zuletzt lag Kröger die Zukunft des Unternehmens am Herzen. Im engen Austausch zwischen Geschäftsführern und Gesellschaftern trug er bis zum Schluss seinen Teil dazu bei, dass die auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmensstrategie fortgeführt wird.

Bodenständiger Visionär

Zusammen mit Hans Ravenborg, dem Enkel des Firmengründers August Praesent und Gründer der Leasinggesellschaft ALD, entwickelte Kurt Kröger bis zu dessen Tode im Jahr 2008 – übrigens auch im Alter von 87 Jahren – die Dello-Gruppe strategisch weiter. Sein Fokus lag dabei stets auf einer Unternehmensführung, die sowohl unabhängig von äußeren Einflüssen als auch zukunftsorientiert war.

„Es ist nicht entscheidend, wie viele Autohäuser eine Gruppe hat, und auch nicht erforderlich, an jeder Ecke seine Fahne zu hissen. Wichtig ist, ein Unternehmen nachhaltig zu entwickeln, bestmöglich unabhängig von äußeren Einflüssen zu machen und profitabel zu sein. Dann können Sie ein guter Arbeitgeber und ein verlässlicher Partner sein“, lautete seine Überzeugung. Mit seiner Mischung aus Bodenständigkeit und Spürsinn galt Kurt Kröger in der Branche als geschätzte Persönlichkeit, der Veränderungen in der Branche frühzeitig erkannte und sie gestaltete. Diese Fähigkeiten machten ihn zu einem gefragten Gesprächspartner und Impulsgeber.

„Die Dello-Gruppe verliert mit ihm einen visionären Unternehmer“, heißt es in der Mitteilung. Die Zeilen schließen mit einem Satz, die Kurt Kröger prägnant charakterisieren: „Würde man ihn heute fragen, würde er wohl sagen: ,Alles ist geregelt, jetzt aber zurück an die Arbeit‘.“

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