Besitzumschreibungen Kurzfristig eingebremster Gebrauchtwagenmarkt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Im ersten Halbjahr fanden deutlich mehr Pkw einen neuen Halter als in der Vergangenheit. Das wachsende Marktvolumen geht inzwischen wieder mit leicht steigenden Preisen einher – wobei ein wesentlicher Schub von einem Sorgenkind kommt.

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat im Juni eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Seit Jahresanfang gehen die Zahlen aber deutlich nach oben.(Bild:  Grimm – VCG)
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat im Juni eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Seit Jahresanfang gehen die Zahlen aber deutlich nach oben.
(Bild: Grimm – VCG)

Der Gebrauchtwagenmarkt hat sich im Juni gegenläufig zum Neuwagengeschäft entwickelt. Während die Zahl der Neuzulassungen im sechsten Monat des Jahres um 6,1 Prozent zulegte, gingen die Pkw-Besitzumschreibungen in Summe leicht zurück: 528.146 Halterwechsel bedeuten nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts ein Minus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Damit legt die Gebrauchtwagen-Nachfrage nach Ansicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe aber nur „eine Verschnaufpause“ ein. Denn im ersten Halbjahr 2024 hat das Geschäft deutlich zugelegt. Von Januar bis Ende Juni wurden 3.264.796 Pkw umgeschrieben. Das ist ein Plus von 8,6 Prozent. Der Gebrauchtwagenmarkt profitiert damit von der weiteren Normalisierung der Neuwagenverfügbarkeit.

Im ersten Halbjahr 2019 – und damit vor den Krisenjahren – zählte das KBA 3,61 Millionen Pkw-Halterwechsel. Der Gebrauchtwagenmarkt liegt in diesem Vergleich also etwa 10 Prozent zurück. Im Neuwagengeschäft sind es 20 Prozent.

Steigende Preise, stagnierende Standzeiten

Möglicherweise macht sich das wachsende Marktvolumen – einhergehend mit einer entsprechenden Nachfrage – nun in der Preisentwicklung bemerkbar. Die Onlineplattform Autoscout 24 berichtet jedenfalls erstmals seit März 2023 von leicht steigenden Durchschnittspreisen. Ein Pkw wurde auf der Plattform im Juni im Schnitt für 26.657 Euro angeboten. Das sind 0,2 Prozent mehr als im Mai. Aber immer noch 8,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Überraschend ist dabei, dass der Preisauftrieb nicht zuletzt durch BEV- und PHEV-Modelle getrieben wird. Speziell die reinen Stromer waren seit Mitte 2022 einem erheblichen Preisverfall ausgesetzt gewesen (etwa 40 %). Jetzt kletterte der aufgerufene Durchschnittspreis um 2,2 Prozent (PHEV: +2,0 %). Auch Diesel-Modelle legten um 0,5 Prozent zu, während Benziner um 0,4 Prozent abfielen. Quasi unverändert sind allerdings laut der Konkurrenzplattform Mobile.de die Standzeiten. Im Schnitt brauchte ein angebotener Pkw zuletzt 91,6 Tage, bis er einen Abnehmer fand (-0,1 %).

Uneinheitlicher Nutzfahrzeugmarkt

Durchwachsener stellt sich das Nutzfahrzeug-Segment dar. Das zentrale Lkw-Geschäft entwickelt sich positiv: Im Juni legten die Lkw-Umschreibungen um 1,5 Prozent auf 33.835 Einheiten zu. Im ersten Halbjahr wuchs dieser Bereich sogar um 7,2 Prozent auf 214.191 Einheiten. Das sehr kleine Bussegment ist dagegen im laufenden Jahr rückläufig: 2.613 Umschreibungen bedeuten in den ersten sechs Monaten ein Minus von 3,4 Prozent (Juni: -22,3 %). Bei den Sattelzugmaschinen gab es zwar im Halbjahr ein Plus (66.436 Einheiten / +0,5 %), im Juni aber ein deutliches Minus (-5,6 %).

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