Lada Russischer Automarkt wächst trotz Sanktionen wieder deutlich

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die russische Automarke Lada profitiert von den westlichen Sanktionen, ihr Marktanteil ist gestiegen. Gleichzeitig läuft sich die chinesische Konkurrenz weiter warm. Ihre Zuwächse sind gigantisch.

Der russische Automarkt ist weiterhin volumenschwach. Nach dem tiefen Minus am Anfang des Ukraine-Kriegs ist die Nachfrage aber deutlich gestiegen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Der russische Automarkt ist weiterhin volumenschwach. Nach dem tiefen Minus am Anfang des Ukraine-Kriegs ist die Nachfrage aber deutlich gestiegen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Der russische Neuwagenmarkt hat sich im Jahr 2023 aus dem absoluten Tief nach dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine herausgearbeitet. Wie die Vereinigung der Europäischen Unternehmen in Russland (AEB) mitteilt, ist der Neuwagenabsatz in Russland um mindestens 36 Prozent im Vergleich zu 2022 gestiegen. Laut der AEB-Zählung wurden im zurückliegenden Jahr 937.081 Neuwagen zugelassen (+36,3 Prozent zu 2022). Laut einer anderen Zählung, die „alternative Lieferkanäle“ berücksichtigt, kamen 1.127.856 Neuwagen auf die russischen Straßen (+57,8 %).

So oder so bleibt der russische Automarkt damit deutlich hinter den Vorkriegswerten zurück. Im Jahr 2021 hatten laut AEB noch 1,67 Millionen Neuwagen den Weg zu den russischen Käufern gefunden (mit oder ohne „alternative Lieferkanäle“ muss an dieser Stelle offen bleiben). Im Jahr 2018 waren es 1,8 Millionen Einheiten und 2012 sogar 2,93 Millionen Neuwagen.

Zurückzuführen ist das Neuwagenplus trotz der bestehenden Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs zunächst auf eine Umstellung der Wirtschaft und der Lieferketten: Westliche Lieferanten werden ersetzt. Sichtbar ist das etwa beim Hersteller Lada. Nachdem die Autos im Zuge der Sanktionen technisch ins vergangene Jahrtausend zurückgefallen sind, sind viele technische Features wieder zurück in den Modellen. Wie „Auto Motor und Sport“ und „Autozeitung“ berichten, spendiert Hersteller Avtovaz dem Lada Niva des Jahrgangs 2024 sowohl ein ABS als auch Motortechnik nach Euro-5-Abgasnorm.

Lada-Modelle werden modernisiert

Die Verbesserungen seien in Russland entwickelt worden und Beweise für „die technologische Souveränität von Lada“, zitiert die Zeitschrift aus einer Lada-Mitteilung (die englischsprachige Lada-Webseite ist nicht mehr erreichbar). Grundsätzlich gibt es ABS seit 1978 und die Euro-5-Norm gilt in der Europäischen Union seit 2009. Auch der Motor ist nicht wirklich neu. Lada verbaut weiterhin den 1,7-l-Vierzylinder mit 60 kW/82 PS.

Der zweite Grund für das Absatzplus sind neue chinesische Fabrikate, die in die Lücke stoßen, die der Rückzug westlicher Automarken hinterlassen hatte. So konnte Marktführer Lada seine Position ausbauen. 2023 verkaufte die russische automobile Ur-Marke 353.000 Einheiten – etwa so viele wie im Jahr 2018 und 87 Prozent mehr als im Kriegseintrittsjahr 2022. Spannender sind aber die Plätze dahinter: Sie werden von Haval, Chery und Geely besetzt, die allesamt ihren Absatz um 200 bis 250 Prozent gesteigert haben.

Auf Platz fünf landet im der Jahresbilanz 2023 dann mit GAZ ein weiteres russisches Fabrikat, bevor es mit Omoda und Exeed mit weiteren chinesischen Herstellern weitergeht. Mit Kia ist das erste westliche Fabrikat auf Platz zehn zu finden, bevor dann auf Platz 18 Skoda folgt (mit 1.774 Einheiten, wobei Skoda das Russland-Geschäft offiziell aufgegeben hat).

Lada erhöhte den Marktanteil im zurückliegenden Jahr auf 31,3 Prozent (+5 Prozentpunkte). Die chinesischen Hersteller und Fabrikate legten allerdings deutlich stärker zu. So kommt die Chery Group auf einen Anteil von 18,7 Prozent, Great Wall auf 12,3 Prozent und Geely auf 7,4 Prozent. Binnen eines Jahres kletterte ihr Marktanteil von 15,8 auf 38,4 Prozent.

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