Landesverband Niedersachsen/Bremen: Ausbildungsappell an Kfz-Betriebe

Von Holger Zietz

Anbieter zum Thema

Zwischen Enttäuschung und Optimismus bewegte sich Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbands Niedersachsen/Bremen des Kraftfahrzeuggewerbes, in der jüngsten Mitgliederversammlung. Trotz Coronakrise müsse nach vorn geschaut werden, und dabei dürfe die Ausbildung nicht vernachlässigt werden, appellierte er.

Der neue Landesverbandsvorstand (v. li.): Markus Ahrens, Markus Hünken, Karl-Heinz Bley, Lothar Freese und Joachim Czychy. Auf dem Bild fehlen Arnulf Winkelmann, Oliver Schatta und Hans-Jörg Koßmann.(Bild:  »kfz-betrieb«/Zietz)
Der neue Landesverbandsvorstand (v. li.): Markus Ahrens, Markus Hünken, Karl-Heinz Bley, Lothar Freese und Joachim Czychy. Auf dem Bild fehlen Arnulf Winkelmann, Oliver Schatta und Hans-Jörg Koßmann.
(Bild: »kfz-betrieb«/Zietz)

Das Kfz-Gewerbe in Niedersachsen und Bremen stehe aufgrund der Folgen der Coronakrise mit dem Rücken zur Wand. Und doch sei aus den Betrieben Zuversicht zu spüren. So skizzierte Landesverbandspräsident Karl-Heinz Bley in der Mitgliederversammlung in Hünzingen bei Walsrode die Lage der Kfz-Werkstätten und Autohäuser in den beiden Bundesländern.

Er zeigte sich in seinem Bericht enttäuscht über die Entscheidung des Bundes: „Die erhoffte Kaufprämie hätte den oft familiengeführten Autohäusern helfen können, ihren Bestand an Fahrzeugen abzubauen.“ Dass immer nur von den Autoherstellern die Rede sei, die davon hätten profitieren können, ärgere ihn. Eine Prämie, die neben dem Elektroantrieb auch saubere Verbrenner eingeschlossen hätte, wäre seiner Meinung nach die bessere Lösung gewesen.

Die schlechten wirtschaftlichen Aussichten könnten sich zwischen Harz und Küste auch auf den Ausbildungsmarkt auswirken. Eine Umfrage habe ergeben, dass rund 25 Prozent der Unternehmen plane, ihre Ausbildungsleistung zu verringern. Das sei der falsche Weg, betonte Bley: „Wer jetzt nicht ausbildet, dem fehlen in der Zukunft die Fachkräfte!“

Bley verwies in diesem Zusammenhang auf das von der Bundesregierung geschnürte Konjunkturpaket. Dieses sieht Prämien für Betriebe vor, wenn sie weiterhin ausbilden, noch mehr Jugendliche als sonst einstellen oder gar Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen.

Reform für Berufsschulen

Im Flächenland Niedersachsen wolle die Politik in puncto berufliche Ausbildung neue Wege gehen, kündigte Staatssekretär Stefan Muhle vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung an. Der Grund: Weit entfernte Berufsschulstandorte für bestimmte Berufe machten diese unattraktiv und sorgten derzeit für einen Rückgang der Ausbildungszahlen. Die Auszubildenden sollen daher nach den Plänen des Landes künftig für den allgemeinen Unterricht in ihre nächstgelegene Berufsschule gehen und dort per Video und Bildschirm am Fachunterricht der weit entfernten Berufsschule mit dem beruflichen Schwerpunkt teilnehmen.

Derzeit werde in Niedersachsen an den Plänen für die Ausstattung und Qualifizierung in den Schulen gearbeitet. Klaus Bierschenk, Mitglied im Arbeitskreis „N21“, erklärte der Landesversammlung, mit dieser Maßnahme vor allem die qualifizierte Ausbildung im Kfz-Gewerbe voranbringen zu wollen. Vor allem die zukunftsträchtige Fachrichtung „System- und Hochvolttechnik“ beim Kfz-Mechatroniker könne von dieser Neuerung profitieren. Der zwischen Land und Bund ausgehandelte Digitalpakt habe in Niedersachsen bereits zu einer verbesserten Ausstattung in vielen Schulen geführt. Mit rund einer Milliarde Euro wolle die Landesregierung im gesamten Bundesland eine gute Netzabdeckung erreichen.

In der Führung des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen gibt es eine Veränderung: Für den im Frühjahr verstorbenen Ludwig Südbeck wählte die Landesverbandsversammlung Markus Hünken, Obermeister der Innung Osterholz, neu in den Vorstand.

(ID:46664563)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung