Lehrerausbildung für Kfz-Unfallschadenmanagement
Die Ausbildung von Spezialisten für das Unfallschadenmanagement steht in keinem Berufsschullehrplan. Ein EU-Projekt soll das ändern.

Die Kfz-Unfallschadenabwicklung einschließlich der Instandsetzung von Fahrzeugen hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Geschäftsfeld für Kfz-Betriebe entwickelt, für das es eigener Spezialisten bedarf. Doch die Ausbildung von sogenannten Unfallschadenmanagern (USM) steht bislang nicht auf dem Lehrplan von beruflichen Bildungsstätten. Dabei gibt es europaweit Bedarf an qualifizierten Lehrern und Ausbildern für Unfallschadenmanager, wie das Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen unter der Leitung von Professor Dr. Georg Spöttl festgestellt hat.
Ein Projekt der Europäischen Union, das mit Mitteln aus dem Leonardo-da-Vinci-Programm gefördert wird, will dieses Defizit nun beheben. Dazu führte zunächst das ITB in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Damschen und dem Kalkulationssoftware-Spezialisten „Audatex“ zwei Pilot-Seminare mit Studenten für das Lehramt an beruflichen Schulen mit dem Schwerpunkt Kfz-Technik durch. Die Seminaristen mussten vier Ausbildungsphasen und die Abschlussprüfung absolvieren:
- Theoretische Vorbereitung auf alle USM-Kompetenzfelder
- Wochenendseminar „Schaden-Kalkulation“ und „Unfallschaden-Instandsetzung“
- Betriebspraktikum „Unfallschaden-Abwicklung“ in verschiedenen Kfz-Betrieben
- Wochenend-Seminar „Betriebsprozesse, Betriebswirtschaft, Grundlagen des Kfz-Versicherungsrechts“
- Abschlussprüfung, bestehend aus praktischer Unfallschadenkalkulation und einem Theorietest
Partner aus sechs Ländern
Die Erfahrungen aus den Pilot-Seminaren und die europaweiten Kenntnisse der Beteiligten führten dazu, dass das ITB ein europäisches Innovationstransferprojekt beantragte, das im November mit neun Partnern aus Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Spanien, Litauen und Bulgarien startete.
Zusätzlich ist die Frankfurter Messegesellschaft als assoziierter Partner mit an Bord. Deshalb werden auf der Automechanika 2014 Workshops durchgeführt, in denen die Projektergebnisse erstmals in die Praxis umgesetzt werden.
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