Neuzulassungen Europa Leichtes Plus, aber keine durchgreifende Besserung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Gesamtsituation des europäischen Neuwagenmarkts bleibt schwierig, das einstige Marktvolumen weit entfernt. Auch die Modernisierung der Flotte durch eine echte Elektrifizierung stockt. Ein bisschen E-Interesse haben die Käufer aber schon.

Der europäische Neuwagenmarkt kommt nur langsam in Gang.(Bild:  Wehner – VCG)
Der europäische Neuwagenmarkt kommt nur langsam in Gang.
(Bild: Wehner – VCG)

Der europäische Neuwagenmarkt hat im Juni wieder zugelegt, nachdem sich die Verkäufe im Mai rückwärts entwickelt hatten. Im sechsten Monat des Jahres kletterte die Zahl der neu zugelassenen Autos in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,6 Prozent auf 1.310.989 Einheiten, teilte der Herstellerverband Acea am Donnerstag (18. Juli) in Brüssel mit.

Von den großen nationalen Märkten war nur Frankreich im Minus. Dort gingen die Verkäufe um 4,8 Prozent zurück. Aber auch in Großbritannien (+1,1 %) und Spanien (+2,2 %) fiel der Aufschwung eher mager aus. In Deutschland legten die Verkäufe immerhin um 6,1 Prozent zu, in Italien ging es bemerkenswerte 15,1 Prozent aufwärts. In einigen mittleren Märkten wie Belgien (–4,1 %), den Niederlanden (–11,9 %) oder Schweden (–10,2 %) ging es dagegen deutlich bergab.

Dank des Juni-Zuwachses ist der europäische Neuwagenmarkt zum Halbjahr klar im Plus. In den von Acea erfassten Ländern wurden in den ersten sechs Monaten knapp 6,88 Millionen Neufahrzeuge registriert. Das waren 4,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Marktvolumen liegt damit 18 Prozent unter dem Ergebnis des vorpandemischen Jahres 2019.

Die Unternehmensberatung EY sieht den europäischen Neuwagenmarkt trotz der leichten Erholung daher weiterhin im Krisenmodus: „Es geht zwar zaghaft aufwärts. In den viereinhalb Jahren seit Anfang 2020 wurden in der EU aber 20 Millionen Neuwagen weniger verkauft als im entsprechenden Vorkrisenzeitraum“, schreibt der Leiter Mobility für Westeuropa, Constantin Gall, in einer Analyse. Mittelfristig spreche wenig dafür, dass sich eine durchgreifende Besserung der Lage und ein deutlicher Anstieg der Verkaufszahlen entwickeln könnten.

Elektrifizierung schreitet per Hybrid voran

Hinsichtlich der Antriebsarten fällt der Rückgang der batterieelektrischen Zulassungen auf europäischer Ebene weniger gravierend aus als etwa in Deutschland. Allerdings war die Nachfrage in vielen Ländern weniger stark gestiegen als hierzulande (und auch weniger stark staatlich subventioniert worden). Der Anteil der BEV-Neuzulassungen am Gesamtmarkt fiel jedenfalls für das erste Halbjahr betrachtet von 14,2 auf 13,9 Prozent. Dagegen legten die Hybrid-Zulassungen (HEV) von 25,8 auf 29,9 Prozent stark zu.

HEV-Modelle sind insbesondere in Großbritannien stark gefragt und kommen dort auf einen Marktanteil von 34,9 Prozent. Auch der BEV-Anteil liegt dort mit 16,6 Prozent deutlich über dem europäischen Durchschnitt – ebenso der PHEV-Anteil von 11,3 Prozent. Europaweit kommen die PHEV-Modelle auf 7,1 Prozent (nach 7,3 % im ersten Halbjahr 2023). Auch die Anteile der reinen Verbrenner haben sich im ersten Halbjahr rückläufig entwickelt. Benziner sind noch in 35,2 Prozent der Neuwagen verbaut (2023: 37,4 %), Diesel kommen auf 11,3 Prozent (nach 12,8 %).

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