Lieferprobleme belasten Händler-Erträge

Von Andreas Grimm

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Der Skoda-Absatz steigt, aber nur verhalten. Ein Grund sind anhaltende Lieferprobleme des Herstellers. Thomas Peckruhn vom Skoda-Partnerverband nimmt Stellung zur Lage des Fabrikats.

Thomas Peckruhn, Präsident des Verbands der Skoda-Vertragspartner, sieht die anhaltenden Lieferschwierigkeiten des Fabrikats kritisch.(Bild:  Grimm/»kfz-betrieb«)
Thomas Peckruhn, Präsident des Verbands der Skoda-Vertragspartner, sieht die anhaltenden Lieferschwierigkeiten des Fabrikats kritisch.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Im November 2015, mitten im hochkochenden Diesel-Skandal des Volkswagenkonzerns, hatte der Skoda-Partnerverband auf seiner Mitgliederversammlung die Folgen der Diesel-Thematik und zahlreiche andere offene Fragen mit Skoda Auto Deutschland diskutiert. »kfz-betrieb« hat bei Thomas Peckruhn, dem Präsidenten des Skoda-Partnerverbands, nachgefragt, wie sich die Situation der Händler und des Fabrikats ein halbes Jahr später darstellt.

Redaktion: Im Zuge des Diesel-Skandals werden 287.000 Skoda zurückgerufen. Auf der letzten Verbandsversammlung fürchteten viele Partner, dass die Aktion die Werkstätten verstopft …

Thomas Peckruhn: Zunächst ist erst einmal positiv zu konstatieren, dass sich die überwiegende Mehrzahl unserer Kunden dem medialen Hype um die Dieselthematik nicht anschließt. Ebenso bin ich der Überzeugung, dass die Skoda Partner sich auf die Abarbeitung des Rückrufes gut vorbereitet haben. In den bislang kommunizierten Zeiten der Wellen kollidiert der Rückruf mit keiner anderen saisonalen Aktion. Insofern hoffen wir, dass sich das durch die Verschiebung nicht grundsätzlich ändert.

Skoda-Chefin Imelda Labbe hatte auf der Verbandsversammlung versprochen, dass die Händler unbeschadet aus der Diesel-Thematik herausgehen. Hat sich ihre Ankündigung bewahrheitet?

Bislang hat sich das nicht spürbar auf unsere Vertriebsperformance ausgewirkt. Der Auftragseingang gestaltet sich ausgesprochen positiv. Im Service ist noch kein Statement möglich, da die Rückruf-Aktion ja noch nicht angelaufen ist. Man kann sagen, dass die Abwicklung des Rückrufs in großen Teilen gemäß dem Verursacherprinzip laufen wird, also dass auf die Partner keine gesonderten Kosten zukommen. Ein Beispiel: Wir haben durchgesetzt, dass Händler ihre Vorführwagen nutzen dürfen, um die Rückrufkunden mobil zu halten. Daraus ergeben sich aus unserer Sicht auch gute Vertriebschancen.

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Die Skoda-Nachfrage läuft grundsätzlich gut. Aber schon im letzten Jahr war die Liefersituation ein großes Problem. Hat sich die Situation gebessert?

Dieses Thema steht leider nach wie vor auf der Agenda und dies vor dem Hintergrund äußerst sportlicher Ziele. Die aktuell hervorragend laufende Kampagne der Joy-Sondermodelle hat voll eingeschlagen. Entsprechend ist die Liefersituation bei diesen Modellen, aber auch beim neuen Skoda Superb sehr angespannt.

Wie äußern sich die Probleme?

Gerade für das Brot-und Butter-Auto Octavia wünschen sich die Partner, aber vor allem auch die Kunden kürzere Lieferzeiten. Obwohl sich die Verfügbarkeit gegenüber dem Vorjahr gebessert hat, schlagen die langen Lieferzeiten auch auf die Kundenzufriedenheit durch. Nicht zu vergessen ist, dass die Skoda-Partner dringend auf die Erträge durch den Octavia angewiesen sind. Schließlich haben alle Partner erst vor kurzen erheblich in den Auftritt der Marke investiert.

Das Problem liegt also auf Herstellerseite?

Es entsteht zumindest der Eindruck, dass einige Stellen in der Produktionskette – etwa in der Logistik – ihre Probleme haben, mit dem Wachstum der Marke Schritt zu halten.

Liegt darin die Erklärung, dass Skoda im ersten Quartal das Marktwachstum nicht ganz mitgehen konnte?

Die Auftragsbücher sind so voll wie nie, die Skoda-Kampagnen in Deutschland sind überzeugend, aber die Ware ist nicht da. Entsprechend bleibt das Zulassungsergebnis zurück. Um dennoch die Prämien für die gestiegenen Ziele zu bekommen, steigt die Gefahr von Tageszulassungen von verfügbaren, weil weniger beliebten Baureihen. Das ist natürlich nur auf den ersten Blick wirtschaftlich.

Das hört sich nach Problemen mit dem seit einem halben Jahr amtierenden Skoda-Vertriebschef an …

Nein, im Gegenteil. Wir arbeiten mit Stefan Quary sehr gut zusammen, auch wenn er in der Sache ein knallharter Verhandlungspartner ist. Er versteht die Sprache des Handels, reagiert auf Wünsche und Forderungen stets umgehend. Meinen Vorstandskollegen und mir macht die Zusammenarbeit mit Stefan Quary Spaß.

Gibt es in der Umstellung der Betriebe auf die Skoda-CI noch offene Punkte?

Das Skoda-Netz hat sich der Herausforderung der umfangreichen Umrüstung gestellt und mehr als 400 Betriebe sind inzwischen mit der neuen CI versehen. Weit mehr Partner als ursprünglich geplant haben ihre Betriebe erweitert oder neu errichtet. Inzwischen läuft auch die Umrüstung der Servicepartner.

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