Lkw-Hersteller werden zu Software-Entwicklern

Autor Dr. Dominik Faust

Nutzfahrzeuge sind heutzutage vollgestopft mit Elektronik und Software. Viele Hersteller entwickeln die Tools selbst oder gründen Tochterunternehmen dafür. Ein Trend ist deutlich: Die Transportbranche wird noch stärker vernetzt.

Daniel Koch, Leiter Connected Systems bei Scania Deutschland, erklärt das System Scania One.
Daniel Koch, Leiter Connected Systems bei Scania Deutschland, erklärt das System Scania One.
(Bild: Faust / »kfz-betrieb«)

Im Logistikgeschäft müssen viele Rädchen ineinander greifen, damit Waren zur gewünschten Zeit am gewünschten Ort sind. Dank digitaler Techniken lässt sich die Effektivität und Effizienz der dahinter liegenden Prozesse optimieren. Dabei spielen die Hersteller der Nutzfahrzeuge zunehmend eine zentrale Rolle. Sie können und wollen sich nicht länger darauf beschränken, die Hardware auf Rädern zu liefern, sondern sie entwickeln auch eigene Software.

Wie weit sie damit sind und wie die Zukunft des Warenverkehrs aussehen könnte, zeigen die Nutzfahrzeug-Hersteller auf der Messe Transport Logistic in München. Bei Mercedes-Benz ist es zum Beispiel die von Daimler Fleed Board entwickelte Meta-Suchmaschine „Nxtload“. Scania präsentiert derzeit auf der Fachmesse Transport Logistic in München erstmals in Deutschland den Hub Scania One.

Hinter Scania One steckt eine Software, die den Bildschirm eines Android-Tablets in eine Art Scania-Dashboard verwandelt. „Damit können Fuhrparkbesitzer und Fahrer auf die wichtigsten vernetzten Dienste zugreifen und so ihre Transportaufträge vereinfachen und optimieren“, erklärte der Leiter Connected Services von Scania Deutschland, Daniel Koch, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Zu den Diensten zählen etwa der Zugang zum Flottenmanagementsystem, die digitale Abfahrtskontrolle oder das interaktive Fahrzeug-Handbuch Guide me. Mit dessen Hilfe und mit Unterstützung von Augmented-Reality-Technologien können sich Fahrer mit grundlegenden Funktionen ihre Lkws vertraut machen.

Einer der Vorreiter in der Entwicklung eines einheitlichen Informations- und Anwendungssystems war die Scania-Mutter Volkswagen auf Initiative von MAN. Volkswagen hat bereits im letzten Jahr das offene, cloud-basierte System „Rio“ auf der IAA vorgestellt, mit dem sich ebenfalls verschiedene Apps zentral nutzen lassen. Darunter ist zum Beispiel die App Loadfox, die das Auftragsmanagement für Teilladungen unterstützt. Ab Mitte des Jahres werden neu ausgelieferte MAN-Lkw serienmäßig mit „Rio“ ausgestattet.

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