„Logische Diagnose“ mittels Oszilloskop

Redakteur: Steffen Dominsky

Im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« erläutert der Diagnose-Spezialist Libor Fleischhans seinen Ansatz, Fehlern mit einem Oszilloskop statt den üblichen Diagnosegeräten auf den Grund zu gehen.

Das Unternehmen First Car Diagnostics (FCD) verfolgt in der Fahrzeugdiagnose einen alternativen Ansatz in der Fahrzeugdiagnose ein. »kfz-betrieb« sprach mit Libor Fleischhans, dem Gründer von FCD und Vertreter der „logischen Diagnose“, über Wege und Ziele seiner Reparaturstrategie.

kfz-betrieb: Was ist FCD?

Fleischhans: FCD ist ein Diagnosekonzept, das allen Kfz-Werkstätten und Interessierten offen steht. Es ist ein wertvolles Werkzeug für die Reparatur jedes Fahrzeugs egal welcher Marke.

Wie sieht Ihr Konzept genau aus?

Wir unterstützen unsere Nutzer – in der Regel Freie Werkstätten – bei Problemen mit moderner Fahrzeugelektronik aber auch -Mechanik in einer Art und Weise, wie sie sie in dieser Form nirgendwo anders geboten bekommen. FCD ist mehr als ein Forum für die Kfz-Fachleute. Es stellt jedem Interessenten eine breite Auswahl an Hilfen zur Verfügung. Zusätzlich zu einer schnellen Diagnosehilfe durch unsere Mitarbeiter findet der Nutzer auf unserem Onlineportal www.fcd.eu eine Vielzahl an Informationen für eine rasche und unkomplizierte Fehlersuche, die sich von der klassischen Methode mittels Diagnosetester und starrer Fehlersuchprogramme gravierend unterscheiden.

Was unterscheidet die FCD- von konventionellen Methoden?

Wir nutzen für die Fehlersuche spezielle, für den Einsatz an Kraftfahrzeugen entwickelte, digitale Mehrkanal-Speicheroszilloskope. Sie ermöglichen dem Fachmann Signale jeglicher Art direkt und unverfälscht zu messen und so die Ursachen für Störungen und Defekte ohne Umwege zu erkennen.

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Warum haben viele Werkstattleute Vorbehalte, wenn sie „Oszilloskop“ hören?

Das hat meines Erachtens drei Ursachen. Erstens wurde dem Kfz-Mechaniker mit dem „Eigendiagnosegerät“ ein Werkzeug an die Hand gegeben, das sehr einfach zu bedienen ist. Es kommuniziert mit ihm meist in dessen Landessprache und gibt ihm einen „höflich“ formulierten Klartext aus – das ist bequem aber nicht immer zielführend. Zweitens vergessen viele, dass nebem dem Eigendiagnose- ein Messgerät nach wie vor überaus wichtig ist, da die On-Board-Diagnose nicht alle Fehlerarten erfasst – rund die Hälfte der Fehlermeldungen verweist nachweislich nicht auf die eigentliche Ursache. Drittens hat sich die Automobilindustrie in den letzten Jahren vor allem auf die Verbesserungen der Eigendiagnose konzentriert, dabei aber die Messtechnik vernachlässigt. Die Folge ist eine Vielzahl an Eigendiagnose-Geräten, aber ein wirklich gutes Automotive-Oszilloskop für die ganz gewöhnliche Werkstatt, das einfach zu bedienen ist und dessen Support auch in der Praxis richtig funktioniert, war bisher auf dem Markt kaum zu haben. Das hat sich zum Glück geändert.

Welche Vorteile ergeben sich für die Werkstätten durch dein Einsatz der „logischen Diagnose“?

FCD unterstützt jede Werkstatt, die eine langfristig, gewinnbringende Philosophie verfolgt. Eine Werkstatt, die ehrlich gegenüber ihren Kunden ist und im Falle einer Reparatur auch nur das Bauteil tauscht, das auch wirklich die Ursache für eine Beanstandung oder einen Defekt ist. Viele sprechen über Verkaufszahlen und Umsatz im Zusammenhang mit Waren, Ersatzteilen oder Dienstleistungen. Aber sind Letztere für den Kunden immer befriedigend? Wenn die Reparatur im Stil „blindes Teiletauschen“ erfolgt und der Kunden das Fahrzeug immer wieder wegen ein und demselben Fehler in die Werkstatt bringt, leiden langfristig Ruf und Ertrag des Unternehmens.

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Wie erfolgreich ist die Alternative Messmethode?

Die Erfolgsquote mit der logischen Messmethode mittels Speicheroszilloskop, beträgt im Schnitt 96 Prozent. Im Vergleich dazu die menügeführte Eigendiagnose der Fahrzeughersteller: sie führt, laut einer unabhängigen Untersuchung, gerade einmal in 55 Prozent der Fälle zum Ziel.

Wie erreichen Sie eine so hohe Erfolgsquote ?

Unsere Philosophie der alternativen markenunabhängigen Fehlersuche beruht vor allem auf Logik. Dazu gehört stets das moderne Mehrkanal-Oszilloskop, das es alles das zeigt, was der Mensch mit bloßem Auge nicht sehen kann. Anhand der einfach und schnell – fast immer entfällt die zeitraubende Demontage von Bauteilen – erfassten Signale kann jede Fachkraft mithilfe weniger gezielter Messungen bestimmen, wo der Fehler bzw. das Problem liegt.

Warum sollte sich ein Kfz-Betrieb für einen anderen Weg in der Diagnose entscheiden?

Der Alltag zeigt uns, dass heute nichts wichtiger ist als effizient zu arbeiten. Dies ist aufgrund der Störanfälligkeit und Komplexität elektronischer Komponenten oft nur schwer umzusetzen, was die geringe Erfolgsquote der konventionellen Fehlerdiagnose täglich beweißt. Genau deshalb sollten Werkstätten über einen Philosophiewechsel in der Diagnose nachdenken.

Was kostet die Nutzung des FCD-Portals?

Der Anwender zahlt eine monatliche Gebühr von 10 Euro – nicht mehr.

Wie sollte der Kfz-Fachmann in die „logische Diagnose“ starten?

Wir empfehlen die Teilnahme an unserer LD-Trainingskette. Hier vermitteln wir das Wissen in der digitalen Oszilloskop-Messtechnik, das man nirgendwo anders erhält. Alle LD-Trainings sind transparent und leicht verständlich aufgebaut und vermitteln 100 Prozent Praxiswissen.

Das Interview führte Steffen Dominsky

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