Die britische Sportwagenmarke Lotus, heute im Besitz des chinesischen Geely-Konzerns, wandelt sich zu einem Luxuswagen-Hersteller, der nur noch vollelektrische Autos auf den Markt bringen will.
Der Evija kostet zwei Millionen Euro und ist auf 130 Stück limitiert. Das erste Exemplar ging vor wenigen Wochen nach Dänemark.
(Bild: Lotus)
Markenhistorie versus Markenzukunft: Gegensätzlicher als bei Lotus dürfte es derzeit bei keinem anderen Autohersteller zugehen. Brachte man früher die britische Traditionsmarke – sie feiert gerade ihr 75-jähriges Bestehen – mit ihrem Gründer Colin Chapman, Roadster-Purismus, Leichtbau und Formel-1-Rennern in Verbindung, gilt es heute, komplett umzudenken.
Lotus ist im Besitz des chinesischen Autokonzerns Geely und will sich zu einer sportlichen Luxusmarke wandeln, die künftig ausschließlich Elektromodelle anbieten will. Bei Geely glaubt man fest an die Strahlkraft von Lotus, rekrutierte unter anderem Ingenieure von Mercedes, Porsche und BMW und pumpt Milliarden in die Entwicklung neuer Modelle.
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„In fünf Jahren werden wir weltweit etwa 150.000 Fahrzeuge jährlich verkaufen“, sagt Niels de Gruijter, Chef von Lotus Cars Europe, im Rahmen der Europa-Premiere der Elektrolimousine Emeya in Paris. Zu Verkäufen im Vorjahr mochte sich de Gruijter nicht äußern, Experten schätzen den Absatz auf einige wenige tausend Exemplare.
Das Portfolio ist derzeit noch ausbaufähig
Was nicht wundert. Das Portfolio besteht lediglich aus dem vollelektrischen Evija, nach Aussage von Lotus das „leistungsstärkste Fahrzeug, das jemals in Serie produziert wurde“ (2.000 PS) und dem Emira. Der Evija kostet zwei Millionen Euro und ist auf 130 Stück limitiert. Das erste Exemplar ging vor wenigen Wochen nach Dänemark.
Die Stückzahlen fährt also derzeit nur der Emira ein, der letzte Sportwagen von Lotus mit konventionell angetriebenem Motor. Wählen kann der Kunde zwischen V6 und I4 (das I steht für in-line, Reihenanordnung). Den Vierzylinder beziehen die Briten von der Mercedes-Tochter AMG.
Bereits im vorigen Jahr stellte Lotus den Eletre vor, dessen Auslieferung kürzlich startete. Größer als bei diesem SUV könnte der Gegensatz zu früher nicht sein: 2,4 Tonnen schwer, über fünf Meter lang und in der Topversion 918 PS stark. Lotus nennt den Eletre „Hyper-SUV“, er kommt bei den Kunden gut an (Preis ab 95.000 Euro) und hat keinen direkten Konkurrenten. Gut 16.000 Bestellungen sollen mittlerweile vorliegen.
Ein erstes Batteriezellen-Update
Technisch steht der Eletre auf der sogenannten EPA (Electric Performance Architecture), einer Lotus-eigenen Entwicklung, die nicht konzernweit, zum Beispiel für Modelle von Volvo, Polestar oder Lynck & Co, genutzt wird. Als zweites EPA-Fahrzeug schickt Lotus im zweiten Halbjahr 2024 den Emeya an den Start. Die Oberklasse-Limousine verfügt damit über die gleichen Leistungswerte wie der Eletre, fährt aber bereits mit dem ersten Batteriezellen-Update.
Positioniert hat Lotus den Emeya primär gegen den Porsche Taycan, aber auch gegen den Mercedes-AMG EQE. Gefertigt werden Eletre und Emeya im chinesischen Wuhan. Die Fabrik wurde von Geely ausschließlich für die Produktion von E-Autos ausgelegt.
Den Namen jenes Modells, das 2026 das Angebot erweitern soll, verrät Niels de Gruijter heute noch nicht, wohl aber, dass es sich um ein Elektro-SUV, positioniert unterhalb des Eletre, handelt.
Intern trägt es die Bezeichnung „Typ 134“ und fährt in einem deutlich wettbewerbsintensiveren Segment gegen Konkurrenten wie Porsche Macan electric, BMW iX3, Audi Q6 E-Tron oder Genesis Electrified GV70. Das SUV von Lotus wird auf der EPA (Evolutionsstufe 1) basieren, bekommt in der Basis weniger Leistung als der Eletre und die Luftfederung entfällt.
Zum Jubiläum gibt es einen elektrischen Roadster
Bis 2028, dem Abschlussjahr der „Vision 80“ (80-jähriges Bestehen der Marke), die Lotus 2018 ausgerufen hat, wird es erneut einen elektrischen Roadster geben. Er ist allerdings nicht als Nachfolger des Zweimillionen-Hypercar Emija zu sehen, sondern fährt zu deutlich erschwinglicherem Preis im Segment eines elektrischen Porsche Boxster. Lotus lässt den Zweisitzer wie zuvor schon Emija und Emira erneut im heimischen Hethel bauen.
Ist damit die Modellpalette von Lotus vollständig? Niels de Gruijter beantwortet diese Frage mit einem Schmunzeln. Was noch fehlt, wäre eine sportliche Limousine in der Mittelklasse, als Pendant zu Tesla Model 3, BMW Neue Klasse und Mercedes EQA. Das Design-Center von Lotus in Coventry dürfte sich dazu sicher schon den einen oder anderen Gedanken gemacht haben.
Stand: 08.12.2025
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