Viele Bremsprüfstände dürfen ab dem 1.1.2020 nicht mehr für die HU verwendet werden, denn sie haben keine ASA-Livestreamschnittstelle. Cartesy hat nun für viele ältere Prüfstände von Maha und auch anderen Herstellern eine kostengünstige Alternative zum Neukauf geschaffen.
Viele ältere Bremsprüfstände von Maha können ab sofort kostengünstig mit ASA-Livestream nachgerüstet werden.
(Bild: Maha)
Maha beginnt eine aktive Zusammenarbeit mit dem Sensoren- und Steuerungsspezialisten Cartesy GmbH bei der Nachrüstung eigener älterer Bremsprüfstände mit der ASA-Livestream-Schnittstelle. Der Allgäuer Werkstattausrüster erweitert so den Handlungsspielraum seiner Kunden bei der Umsetzung der Bremsprüfstandsrichtlinie.
Die Bremsprüfstände von Maha erfüllen nach Firmenangaben schon seit langer Zeit die mechanischen Voraussetzungen der aktuell gültigen Richtlinie von 2011, so dass teilweise auch Bremsprüfstände aus den 1990er Jahren nachgerüstet werden können. Den Vertrieb und Einbau übernehmen bundesweit die 23 Handelspartner von Maha, die hauseigene Serviceorganisation Automotec betreut wie gewohnt vorrangig die Überwachungsorganisationen.
Mehr Wahlmöglichkeiten für den Kunden
Markus Weber, Leiter Business Development & Marketing bei Maha, erläutert die Entscheidung des Marktführers: „Ein ganz entscheidender Vorteil dieser Kooperation für unseren Endkunden ist, dass er auch weiterhin ein und denselben Maha Vertriebs- und Servicepartner vor Ort als Ansprechperson hat, den wir mit einer jetzt noch breiteren Angebotsmöglichkeit ausgestattet haben. Dieser kennt die bestehenden Prüfstande, deren Historie und Einsatzdauer bereits detailliert und kann daher sehr viel individueller und zielführender beraten, welche Möglichkeiten im Einzelfall am wirtschaftlich sinnvollsten sind“.
Letztlich hat der Kunde von Maha jetzt die Wahl: je nach Anforderungen und Gegebenheiten vor Ort macht die Installation eines neuen richtlinienkonformen Prüfstands Sinn, alternativ kann er bestehendes Equipment mit dem Nachrüstsatz von Cartesy aber auch zeitsparend und kostengünstig vom autorisierten Maha-Fachmann des Vertrauens nachrüsten lassen. Somit können Prüfstützpunkte auch bei eventuellen Lieferengpässen im Bereich Produktion bzw. Installation und Kalibrieren ihren Betrieb aufrechterhalten. Ein auf diese Weise nachgerüsteter Bremsprüfstand erfüllt damit den technischen Stand der Richtlinie 2011, der Status als Prüfstützpunkt ist nicht mehr in Gefahr. Etwa 30.000 Prüfstände entsprechen nicht der Richtlinie, bis zum 1.1.2020 ist die Fertigung und Installation ausschließlich neuer Prüfstände kaum mehr zu schaffen.
Bildergalerie
Vor der Aufnahme der Nachrüstsätze in das Produktportfolio hat Maha die Cartesy-Lösung nach Firmenangaben an eigenen Produkten ausgiebig getestet.
Nachrüstlösung funktioniert auch bei anderen Herstellern
Cartesy bietet diese Nachrüstung auch für die Prüfstände einiger anderer Hersteller an, den Einbau übernehmen nach derzeitigem Kenntnisstand die geschulten Mitarbeiter des gewohnten Dienstleisters von Cartesy. Sie sind für jeden Prüfstandstyp geschult und eingewiesen und verfügen über die spezielle Software und Hardware für die Konfiguration. Eine Stückprüfung und Kalibrierung sind laut Cartesy für die Nachrüstung nicht notwendig. Falls der Prüfstand eine gültige Stückprüfung samt Kalibrierung hat, wird diese durch die Nachrüstung nicht berührt. Cartesy zeigt auf der eigenen Firmenwebseite die Kurzgutachten des TÜV Nord für die Nachrüstlösungen für Bremsprüfstände der Firmen AHS, Bosch/Beissbarth, Cartec/Hofmann und natürlich Maha.
Cartesy veranschlagt für die Nachrüstung einen Zeitrahmen von etwa zwei Stunden für Montage und Inbetriebnahme. Bauliche Maßnahmen sind nicht notwendig. Als voraussichtlichen Preisrahmen nennt Cartesy circa 1.200 Euro für einen Pkw- und etwa 2.100 Euro für einen Lkw-Rollenprüfstand.
Die Nachrüstung schont neben der Umwelt auch die finanziellen Ressourcen der Werkstätten, beispielsweise von Betrieben, die vor einem Umzug oder vor einem absehbaren Ende des Geschäftsbetriebs stehen.
Auch der ZDK zeigt sich erfeut
Ob eine Nachrüstung oder ein Neukauf mehr Sinn machen ist natürlich vom individuellen Erhaltungszustand des einzelnen Geräts abhängig. Die angebotene Universallösung ergänzt das existierende Angebot von eigenen Nachrüstsätzen der Bremsprüfstandshersteller und schließt die darin existierenden Lücken. Das mindert den finanziellen Investitionsdruck auf die Prüfstützpunkte, der durch die zahlreichen Änderungen bei der periodischen Fahrzeuguntersuchung entstand. Der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeugsgewerbes ZDK kommentierte den erweiterten Handlungsspielraum der Betriebe so:
„Bei der Umsetzung der Bremsprüfstandsrichtlinie aus dem Jahr 2011 unterstützt der ZDK alle Ansätze, durch die auch eine Nachrüstung der ASA-Schnittstelle für möglichst viele Bremsprüfstände ermöglicht wird. Es ist äußerst erfreulich, dass die namhaften Bremsprüfstandshersteller und aktuell auch ein freies Unternehmen entsprechende Lösungen anbieten. Wichtig ist, dass diese Systeme allen gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Bauartgenehmigung und des Arbeitsschutzes entsprechen. Nach den vorliegenden Informationen ist dies bei den angebotenen Systemen gegeben“.
Stand: 08.12.2025
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