Mahag: Kraftpaket setzt auf Exklusivität

Autor / Redakteur: Isabella Finsterwalder / Elvira Minack

Mit rund 30 Standorten in Berlin, Ulm und München ist die Mahag größter Handelspartner für VW und Audi. Die Geschichte des Mehrmarkenbetriebs reicht zurück bis in Jahr 1923.

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Mit der Eröffnung des deutschlandweit ersten Audi-Terminals in München machte im Juni dieses Jahres die Mahag Schlagzeilen. Der zu einer der umsatzstärksten Autohandelsgruppen Deutschlands zählende Mehrmarkenhändler investierte immerhin rund 35 Millionen Euro in den neuen automobilen „Leuchtturm“.

„Wir wollten mit dem neuen Audi-Terminal kein klassisches Autohaus bauen“, erläutert Mahag-Geschäftsführer Thomas Werthmann die Strategie seines Hauses. Vielmehr galt es, in der bayerischen Landeshauptstadt eine Marken-Erlebniswelt zu schaffen. Damit will die Mahag nicht nur den wachsenden Ansprüchen der Kunden entgegenkommen. Sie will auch deren Kauf- und Servicebereitschaft gegenüber dem Markenhandel erhöhen.

„Mit unserer neuen Autowelt wollen wir gegenüber unseren Kunden nochmals klar unterstreichen, dass wir für sie erster Ansprechpartner für sämtliche Fragen um das Automobil sind.“ Die Grundwerte der renommierten Autohandelsgruppe sind Markenexklusivität, Größe und Finanzkraft. Mahag-Steuermann Werthmann ist fest davon überzeugt: „Großen, finanzstarken Betrieben und solchen, die auf Markenexklusivität setzen, gehört die Zukunft.“

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Markenexklusivität stärkt Verkauf

Getreu dieser Devise ist die heute weit über die Münchener Stadtgrenzen hinaus bekannte Autohandelsgruppe mit ihren Marken VW, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Kia und Lamborghini breit und stabil aufgestellt. Der Autohausmanager ist sicher: „Unter dem Dach einer Handelsgruppe schließen sich Mehrmarkenhandel und Markenexklusivität nicht aus.“ Werthmann, der seit jetzt acht Jahren am Steuer der Mahag sitzt und bereits seine kaufmännische Ausbildung bei der Handelsgruppe in München absolviert hat, weiß, wovon er spricht. „Seit wir den Weg der Markenexklusivität beschreiten, haben sich pro Standort der Fahrzeugabsatz, die verkauften Stunden sowie der Umsatz pro Mitarbeiter deutlich erhöht.

„Daran erkennen wir, wie positiv der Kunde diese saubere Trennung pro Marke in den Betrieben, den Werkstätten, Ersatzteillagern bis hin zu den Waschanlagen angenommen hat,“ ergänzt er weiter. Marke und Auftritt würden dadurch noch authentischer für den Kunden.

Zentrales Backoffice

Bis 2010 peilt die Mahag an sämtlichen Standorten markenexklusive Auftritte an. Dann soll auch das Großkunden- sowie Gebrauchtwagengeschäft klar nach Marken separiert werden. Markenübergreifende Bereiche wie IT/IS, Personal, Vertriebscontrolling, Controlling, Einkauf, Finanz- und Rechnungswesen, Marketing oder auch Revision werden dagegen auch künftig zentral geleitet.

Doch trotz oder gerade aufgrund der markenexklusiven Strategie der Mahag sieht Werthmann in einer Spartenorganisation, bei der die Spartenleiter sowie die einzelnen Geschäftsleiter der Mahag-Filialen ausschließlich für eine Marke zuständig sind, als den besten Weg. „Gegenüber dem Hersteller ist zwar ein einziger Ansprechpartner am besten, dem Kunden gegenüber jedoch nicht“, so Werthmann. Der Grund: Neben kompetentem Fachpersonal vor Ort wünscht sich der Kunde auch die Präsenz des Autohauschefs.

Werthmann ist angesichts der Veränderungen in der Branche klar: Hohe Investitionsanforderungen, die wachsende Komplexität der Marken und wachsende Ansprüche an die Mitarbeiterqualifikation verlangen in den Handelshäusern entsprechende Strukturen. „Der Erfolg innerhalb der Handelsgruppen wird vor allem durch die Losgröße der einzelnen Betriebsstätten bestimmt“, ist Werthmann überzeugt. Je mehr es einem Betrieb also gelänge, das Geschäft auf Standorte zu konzentrieren, die ein immer höheres Volumen im Service, bei Neuwagen und Gebrauchtwagen möglichst nur einer Marke generieren, desto effizienter ist der Betrieb.

Seit 2006 läuft der Umbau und Rückgang der Standorte ...

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