153081, 125977, 233362 Mahag vor Verkauf an VW Retail
Volkswagen steht vor der neuerlichen Übernahme eines bedeutenden Handelspartners. Zwischen dem Konzern und der Mahag gebe es entsprechende Vorvereinbarungen, bestätigte ein VW-Sprecher.
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Die Autohaus-Gruppe Mahag steht vor dem Verkauf an den Volkswagen-Konzern. Es gebe einen entsprechenden Vorvertrag, bestätigte Volkwagen-Sprecher Enrico Beltz auf Anfrage von »kfz-betrieb ONLINE« entsprechende Berichte Münchener Tageszeitungen.
Beltz zufolge seien zwischen der Autohandelsgesellschaft und dem Hersteller bisher nur Eckpukte einer Übernahme vereinbart worden. Dem Vernehmen nach wird die seit 86 Jahren bestehende Mahag-Gruppe allerdings bereits zum 1. Januar an die VW-Retail-Gruppe übergehen, in der der Konzern diverse Handelsbeteiligungen gebündelt hat. „Die Details und inhaltlichen Ausgestaltungen sind noch zu vereinbaren“, sagte Beltz, weshalb er den Termin nicht bestätigt könne.
Bereits seit einiger Zeit wird in der Branche über die wirtschaftliche Situation der Mahag spekuliert, die mit 30 Betrieben in den Großräumen München, Ulm und Berlin die Marken des Volkswagen-Konzerns vertreibt. Ende vergangenen Jahres hatte sich Mahag-Geschäftsführer Thomas Werthmann mit dem Umsatz der Gruppe zufrieden gezeigt, nicht jedoch mit der Rendite. Schon damals hatte er im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« die Vermarktung der Leasingrückläufer und Gebrauchtwagen als problemtisch charakterisiert. Wie die Entwicklung in der Branche zeigt, etwa der Münchener Automag, ist dieses Geschäft in den vergangenen Monaten eher noch schwieriger geworden. Traditionell liegt zudem ein Schwerpunkt der Mahag-Verkäufe auf dem in diesem Jahr deutlich rückläufigen Firmenkundengeschäft.
Erster Anlauf von VW vor drei Jahren
Schon im Sommer 2006 war Volkwagen Retail vor dem Einstieg bei der Mahag gestanden, als sich die Nürnberger Versicherungsgruppe von ihrem 49-prozentigen Anteil trennen wollte. Damals machte die Nachkommen des Firmengründers Kaspar Haberl, die die restlichen Anteile besaßen, allerdings von ihrem Vorkaufsrecht gebrauch.
Kommt es zu einer Einigung, würde Volkswagen erneut den Vertrieb in Metropolmärkten übernehmen. Die Mahag ist im Großraum München mit rund 20 Betrieben und im Raum Ulm mit acht Standorten vertreten. Dazu kommen noch Autohäuser in Berlin, wo Volkwagen Retail bereits über die Eduard-Winter-Gruppe aktiv ist und kürzlich Deutschlands größtes VW-Autohaus, den früheren Flagshipstore von Toyota Weller, eröffnet hat. Mit etwa 40.000 verkauften Neuwagen im Jahr ist das Unternehmen für den Absatz der Konzernmarken von erheblicher Bedeutung.
Trotz des weiteren Zuwachses für die Retail-Tochter will der Autobauer nach Angaben von Beltz generell nicht weiter in den Vertrieb in Eigenregie einsteigen. Es gelte weiterhin die Aussage von Konzern-Chef Martin Winterkorn, wonach es die Aufgabe von Volkwagen sei Autos zu bauen, nicht zu verkaufen.
Artikelfiles und Artikellinks
Link: nicht jedoch mit der Rendite
Link: Volkwagen Retail vor dem Einstieg bei der Mahag gestanden
Link: Mahag eröffnet erstes Audi-Terminal
Link: Münchener Automag
Link: Deutschlands größtes VW-Autohaus
Link: die Aufgabe von Volkwagen sei Autos zu bauen, nicht zu verkaufen
Link: Unternehmensportät: Die Mahag - VW-Handel in München, Ulm, Berlin
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