Malte Krüger: „Geld für Digitalkonzepte“
In Sachen Digitalisierung haben Automobilhändler und -hersteller aus Sicht von Malte Krüger noch zahlreiche Hausaufgaben zu erledigen. Der Chef von Mobile.de erläutert im Interview, auf welche Veränderungen sich die Branche einstellen muss.

Redaktion: Herr Krüger, Mobile.de feiert 2016 sein 20-jähriges Bestehen. Wie wichtig waren Onlinebörsen für die Digitalisierung des Automobilvertriebs in den vergangenen beiden Jahrzehnten?
Malte Krüger: Als Vijay Sapre und Ralf Prehn 1996 in Hamburg Mobile.de gründeten, hatten sie eine bahnbrechende Idee: Fahrzeugannoncen ins World Wide Web zu bringen. Damals gab es weder Google noch Facebook, unser Mutterkonzern Ebay war gerade ein Jahr alt. Deutschlands Autohändler waren damals ausschließlich in den Kleinanzeigenmärkten der Tageszeitungen und Anzeigenblätter vertreten. Deswegen können wir stolz behaupten: Kaum eine andere Internetseite hat den Autohandel so stark geprägt wie Mobile.de. Viele Wettbewerber von damals sind längst nicht mehr aktiv.
Wann war absehbar, zu was sich Mobile.de einmal entwickeln würde?
Das lässt sich schwer sagen. Bereits Ende der Neunzigerjahre hatten wir am Markt Fuß gefasst. Die Zahl der Inserate und Händlerpartner stimmte. Schon 1998 umfasste der gelistete Bestand 50.000 Fahrzeuge von 1.200 Autohäusern. Zudem zogen sich um die Jahrtausendwende erste Verlage wieder aus dem Geschäft mit Online-Fahrzeuginseraten zurück und überließen uns das Feld – ein weiteres Signal, dass wir uns etabliert hatten. Mit der Übernahme durch Ebay 2004 war der Erfolg dann nicht mehr aufzuhalten.
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