Motorschäden MAN – brandheiß

Von Klaus Kuss 6 min Lesedauer

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Komplexe, optimal aufeinander abgestimmte Komponenten sollen lange Laufleistungen bei geringen Betriebskosten erzielen – eigentlich. Doch das Beispiel MAN zeigt, dass bereits geringe Störungen des Gesamtsystems verheerende Folgen haben können.

Einer von 170 MAN-Lkw, die in jüngster Zeit ein Raub der Flammen wurden. Der Grund dafür waren kapitale Motorschäden, hervorgerufen durch defekte Pleuellager.(Bild:  Freiwillige Feuerwehr Baiersbronn)
Einer von 170 MAN-Lkw, die in jüngster Zeit ein Raub der Flammen wurden. Der Grund dafür waren kapitale Motorschäden, hervorgerufen durch defekte Pleuellager.
(Bild: Freiwillige Feuerwehr Baiersbronn)

Seit einigen Monaten geistert das Schreckgespenst brennender MAN-Zugmaschinen durch die Transportbranche. Speziell bei Lkw und Bussen mit Euro-6c-Motoren der Typen D2676LF51-53 oder D2676LOH35-37 aus dem Bauzeitraum November 2016 bis August 2018 kommt es nach Motorschäden immer wieder zu verheerenden Fahrzeugbränden. Nicht selten enden diese in einem Totalabbrand von Truck und Trailer inklusive dessen Ladung. Bei den 170 Bränden, die dem Münchener Nutzfahrzeugbauer nach eigenem Bekunden bekannt sind (und die er in einer Pressemeldung von 28.6.2024 zugibt), gibt es bislang nur hohe Sach- und erfreulicherweise keine schweren Personenschäden zu beklagen.

Eine konkrete „Hauptursache“ nennt das Unternehmen in der Mitteilung nicht, wohl aber eine Reihe verschiedener Möglichkeiten, bei denen es „unter ungünstigen Umständen“ zu einem Motorschaden mit anschließendem Motorbrand kommen könne. Wie es scheint, hat die Tatsache, dass die Motoren in dem genannten Bauzeitraum „aufgrund neuer regulatorischer Vorgaben“ mit bleifreien Lagern ausgerüstet wurden, etwas mit den Motorschäden zu tun. In den einschlägigen Internetforen kursieren mittlerweile Bilder von stark gefressenen Pleuellagern und gebrochenen Kurbelwellen, auch von geplatzten Motorgehäusen ist dort die Rede – wobei der damit verbundene Ölaustritt durchaus eine mögliche (und plausible) Erklärung für die Motorbrände wäre.