Mann+Hummel: Ölmodul aus Kunststoff
Fünf Jahre nach dem Serienstart des ersten Kunststoff-Ölfiltermoduls bringt Mann+Hummel die zweite Generation auf den Markt. Es bietet Gewichts- und Kostenvorteile gegenüber Teilen aus Aluminium.
Der Filterhersteller Mann+Hummel hat ein neues Kunststoff-Ölfiltermodul entwickelt, das im Sechszylinder-Dieselmotor von BMW erstmals in Serie geht. Im Vergleich zu Konstruktionen aus Aluminiumdruckguss bietet der Kunststoff viele Vorteile: Aus diesem Material lassen sich komplexere Geometrien fertigen und somit in einem Teil viele Funktionen integrieren. Gleichzeitig sind Kunststoffmodule leichter und lassen sich billiger herstellen.
Das Ölfiltermodul enthält ein metallfreies Filterelement mit Rücklaufsperrmembran an der unteren Endscheibe, ein Mittelrohr mit Filterumgehungsventil sowie einen ins Gehäuse integrierten Öl-Wasser-Wärmetauscher. Bei extremen Betriebszuständen kann das Öl der Wärmetauscher durch ein integriertes Ventil umgehen.
Weil die Ingenieure das Kühlerumgehungsventil in den Wärmetauscher integriert haben, benötigen sie nur eine Dichtstelle zwischen Gehäuse und Wärmetauscher. Zur Abdichtung des Motorflanschs wendeten sie erstmals eine Blechrahmendichtung mit Elastomer-Einsätzen an.
Ölfilter läuft nicht leer
Speziell für das neue Kunststoffölmodul entwickelten die Ludwigsburger ein Filterelement mit integrierter Rücklaufsperrmembran aus Silikon, deren Öffnungsdruck unter 0,1 bar liegt. Das zum Patent angemeldete Bauteil reduziert den Druckverlust im Modul und verhindert, dass das Ölfiltergehäuse bei ausgeschaltetem Motor leerläuft. So baut sich der Druck bei erneutem Motorstart schnell wieder auf. Als Werkstoff für das Gehäuse setzen die Konstrukteure das hochtemperaturstabile Polyamid 6.6 mit 35 Prozent Glasfaseranteil ein.
(ID:292192)