Marken befruchten sich bei Aventi gegenseitig

Redakteur: Silvia Lulei

Aventi Automobile ist aus zwei Familienbetrieben entstanden, heute gehört das Unternehmen zu den 50 größten Autohandelsgruppen in Deutschland.

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Wer über die A70 nach Bamberg hineinfährt, kann Aventi gar nicht übersehen. Ein Autohaus reiht sich an das andere: Renault, Ford, Opel, Mitsubishi, Hyundai und neuerdings auch Aventi Gebrauchtwagen. Entstanden ist das automobile Konglomerat, als sich vor sechs Jahren die beiden Automobilhändler Franz Dotterweich und Schorsch Ullein zusammenschlossen und die Aventi Automobile AG gründeten.

Jeweils drei Renault-Autohäuser brachten die Partner in ihr gemeinschaftliches Unternehmen ein. Mittlerweile sind aus den sechs Standorten elf geworden, und neben der Marke Renault sind noch sechs weitere sowie Servicebetriebe für Nissan und Skoda dazugekommen. Die Aventi-Gruppe, entstanden aus zwei Familienbetrieben, gehört heute zu den 50 größten Autohandelsgruppen in Deutschland.

Dabei war der Mehrmarkenvertrieb, so wie er sich heute darstellt, zunächst gar nicht geplant. Die Initialzündung dazu gab Nissan. Seit der Fusion von Renault und Nissan im Jahr 2001 verkauften die Renault-Händler auch das japanische Fabrikat. 2003 verlangte der Importeur von den Händlern Neubauten für die asiatische Marke. Am gewünschten Standort Bamberg hätte sich jedoch eine Investition in dieser Größenordnung allein für Nissan nicht gelohnt. Denn das jährliche Absatzvolumen war auf 60 Einheiten geschätzt. Viel zu wenig, um ein eigenes Autohaus zu bauen. Aber was nun

Chancen nutzen

Zeitgleich erhielt Aventi die Option auf einen Opel-Betrieb in Bamberg. Dort sollte ein separater Nissan-Showroom eingerichtet werden. Das Ergebnis war das erste Opel/Ford/Nissan-Autohaus in Deutschland, das mittlerweile die Zentrale der Aventi AG ist.

In nur sechs Jahren von einer auf sieben Marken, da legten die Oberfranken ein ganz schönes Tempo vor. „Manche Gelegenheit kommt eben kein zweites Mal. Da muss man zugreifen“, meint augenzwinkernd Marc Dotterweich, der erst vor Kurzem seinen Vater Franz auf dem Vorstandsposten abgelöst hat. Der Firmen-Mitgründer Franz Dotterweich hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und sitzt nun im Aufsichtsrat der AG.

Klare Strategie wichtig

Der Start in das gemeinsame Unternehmen verlief aber nicht so reibungslos wie gedacht. „Der Beginn war holprig“, gesteht Schorsch Ullein ein. „Es gibt ja kein Handbuch für einen Mehrmarkenbetrieb, in dem man bei Bedarf nachschlagen kann.“ Obwohl beide Partner dank ihrer jeweils drei Autohäuser schon Erfahrungen mit Filialbetrieben in das gemeinsame Unternehmen einbrachten, war die EDV-technische Verschmelzung nur eine der großen Herausforderungen.

Dazu kamen die Bedenken der Hersteller. Sie befürchteten, dass ihre jeweiligen Marken zu kurz kommen könnten in dem Multimarkenunternehmen. Ullein und Dotterweich war schnell klar, dass ein Mehrmarkenbetrieb ohne eine eindeutige Strategie nicht funktionieren kann. Denn sowohl die Hersteller als auch die Kunden und die Mitarbeiter brauchen eine klare Orientierung in dem schnell gewachsenen Unternehmen.

Eine Richtlinie der selbstgewählten Strategie war, sich auf den regionalen Markt zu konzentrieren. Diese Leitlinie hat sich bewährt: Zur Aventi AG gehören heute elf Autohäuser, die in der Hauptsache um das Autobahnkreuz A70/A73 angesiedelt sind.

Für Ullein ist wichtig, „dass die Filialen alle bequem erreichbar sind“. Das ist auch für die Fabrikatsmanager bei Aventi ein wesentlicher Aspekt, wenn sie schnell in den einzelnen Betrieben vor Ort gebraucht werden.

Regionaler Markt zählt

Die Bedenken der Hersteller haben sich schnell gelegt. Am Standort Bamberg liegen die Aventi-Häuser mit jedem ihrer Markenbetriebe über dem jeweiligen bundesweiten Marktanteil. Das liege, so Ullein, auch daran, dass durch die verschiedenen Fabrikate ständig rotierend Veranstaltungen stattfinden. Somit würden sich die Autohäuser gegenseitig befruchten.

Für das Gebrauchtwagengeschäft gibt es eine eigene Marke: Aventi Gebraucht-Automobile. Erst im Oktober öffnete das neue Gebrauchtwagenzentrum in Bamberg.

Fit für die Zukunft

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