Markenmonitor: Händler zufrieden wie nie
Die Zusammenarbeit mit den Herstellern läuft aus Sicht der Markenhändler in Deutschland derzeit zwar gut – vor allem Mercedes-Partner zeigen sich zufrieden. An einigen Stellen sehen die Autohäuser aber Verbesserungsbedarf. Ein Ertragsbringer bereitet besonders viel Kopfzerbrechen.
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Die Zusammenarbeit mit Automobilherstellern und Importeuren läuft aus Sicht des Markenhandels in Deutschland derzeit so gut wie nie – wenngleich dieser in verschiedenen wichtige Bereichen Handlungsbedarf sieht. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten „Markenmonitor“ des Datendienstleisters Schwacke hervorgeht, liegt die Händlerzufriedenheit derzeit auf einem Rekordniveau. Besonders zufrieden sind die Händler demnach in der Vertriebsorganisation von Mercedes-Benz. Auf den hinteren Rängen landeten insbesondere Importmarken.
Für die repräsentative Untersuchung wurden im Auftrag von Schwacke zwischen Ende Mai und Anfang August rund 1.000 Entscheider in Autohäusern aller Marken hinsichtlich ihrer Zusammenarbeit mit Herstellern und Importeuren befragt. Innerhalb unterschiedlicher Themenbereiche konnten die Befragten Bewertungen nach dem Schulnotensystem von 1 bis 6 abgeben. Die Auswertung erfolgte durch das Institut für Automobilwirtschaft der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (IfA).
Die Mercedes-Benz-Händler gaben dem Herstellerkonzern laut Schwacke die Gesamtnote von 1,94 (2016: 2,32). Vorjahressieger Porsche erhielt die Durchschnittsnote 1,98 (2,20), Smart 2,20 (2,40), Volvo 2,23 (2,31) und Toyota 2,25 (2,73). Die letzten Plätze im Ranking belegten Fiat mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3,01 (2016: 2,62), Ssangyong mit 2,88 (2017 erstmals dabei) und Honda mit 2,87 (2,99). Im Durchschnitt vergaben die Händler über alle Marken hinweg die Note 2,56 nach 2,62 im vergangenen Jahr.
Die Zufriedenheit der Markenhändler in Deutschland sei trotz des schwierigen Marktumfeldes durch die Diskussion rund um den Dieselantrieb weiter gestiegen, erklärte Schwacke. Hintergrund dieser Entwicklung dürfte demnach „nicht nur das weitere Wachstum bei den Neuwagenzulassungen, sondern auch ein stabiles Gebrauchtwagengeschäft“ gewesen sein.
Die Zufriedenheit der Händler stieg der Studie zufolge in verschiedenen Bereichen – während sie in anderen zurückging. Bessere Werte verzeichnete Schwacke unter anderem in der Vertriebspolitik der Hersteller, in der Gebrauchtwagenpolitik sowie in der Netzpolitik und der allgemeinen Zusammenarbeit. Auch die Zufriedenheit der Händler mit der Umsatzrendite legte zu. Weniger zufrieden als im Vorjahr war der Fabrikatshandel hingegen mit der Produkt- und Markenpolitik der Hersteller sowie mit der Zusammenarbeit im Aftersalesgeschäft.
Verbesserungsbedarf sehen die Händler laut Markenmonitor unter anderem, was die Unterstützung der Hersteller und Importeure im Handelsmarketing und bei der Kundenbindung angeht. Daneben fordern die Händler mehr Rückendeckung bei der Digitalisierung ihrer Autohäuser und beklagen Qualität und Umfang von Mitarbeiterschulungen. Ein Thema für die Betriebe sind außerdem Mitsprachemöglichkeiten bei vertrieblichen Entscheidungen der Herstellerkonzerne.
Schwacke-Geschäftsführer Thorsten Barg erklärte, die Umfrageergebnisse belegten eine „insgesamt kontinuierliche Verbesserung in den Geschäftsbeziehungen zwischen Handel und Herstellern/Importeuren“. IfA-Experte Stefan Reindl betonte jedoch, dass Hersteller und Importeure aus Sicht der Händler Perspektiven hinsichtlich der „Absicherung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit“ des Geschäfts ihrer Vertriebs- und Servicepartner aufzeigen müssten. Denn gerade der Druck auf das Werkstattgeschäft steige. Der Markenmonitor wurde in diesem Jahr zum 20. Mal im Auftrag von Schwacke erstellt.
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