Maserati Gran Turismo MC Stradale: Der Wutbürger

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Raus aus der Ortschaft. Jeder Tritt aufs Gaspedal presst uns in den Sitz, während wir über die kurvigen Straßen des Taunus schießen. Die Akustik ist atemberaubend. Und dabei fahren wir den Stradale noch im recht zivilen Automatik-Modus. Betätigen wir den Knopf mit der Aufschrift „Sport“, öffnen sich ab 4.000 Umdrehungen die Drosselklappen und lassen das düstere Röhren ungefiltert entweichen.

Ein Albtraum für den Arbeitsschutzbeauftragten

Spätestens jetzt müsste eigentlich der Arbeitsschutzbeauftrage mit dem Gehörschutz winken – schließlich fahren wir hier nicht zum Privatvergnügen. Im Race-Modus sind die Klappen gar von Anfang an offen. Jeder Hobby-Tuner wird sich bei diesem Sound neidvoll fragen, wie Maserati für den Stradale die Freigabe bekommen hat.

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Aber der aggressivere Sound ist nur eine Nebenwirkung. Im Race-Modus sind die elektronischen Helfer abgeschaltet, die Regeln der Physik gelten uneingeschränkt. Die Schaltzeit verkürzt sich auf 60 Millisekunden, und das schon bei automatischer Fahrt spürbare Kopfnicken beim Gangwechsel wird zu einem kräftigen Ruck.

Dass ein solches Auto für eine kleine, rennbegeisterte Klientel entwickelt wurde, dürfte klar sein. Der bei Maserati für den deutschen Markt verantwortliche Thomas Hajek rechnet damit, hierzulande 30 bis 40 Stradale zu verkaufen. Insgesamt sollen es etwa 500 sein.

Die Liste der Konkurrenten, die Maserati für seinen Straßenrenner ausgemacht hat, enthält die besonders sportlichen Varianten des Porsche 911 ebenso wie den Audi R8, den Aston Martin DBS oder den Bentley Supersports. Schon damit ist klar: Ein Alltagsauto ist der Gran Turismo MC Stradale keinesfalls.

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