Maserati Gran Turismo MC Stradale: Der Wutbürger

Redakteur: Andreas Wehner

Die Italiener haben eine Fahrmaschine vorgestellt, die sich ungewohnt aggressiv gibt. Wir haben den Stradale durch den Taunus gejagt - und sind beeindruckt.

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Der Maserati Gran Turismo MC Stradale deutet schon äußerlich die kompromisslose Fahrmaschine an.
Der Maserati Gran Turismo MC Stradale deutet schon äußerlich die kompromisslose Fahrmaschine an.
( Archiv: Vogel Business Media )

Maserati steht für alltagstaugliche Sportwagen mit Stil, für dynamisches Fahren mit Komfort und ohne Protzerei. Zumindest bis jetzt: Mit dem Gran Turismo MC Stradale haben die Italiener eine Fahrmaschine vorgestellt, die sich nicht nur optisch und akustisch aggressiver gibt, als alles was man bisher von Maserati kannte.

Der vom Gran Tursimo S abgeleitete Stradale hat eine modifizierte Frontschürze, zusätzliche Lufteinlässe, kräftige Schweller sowie einen neuen Stoßfänger hinten und einen Heckspoiler. Damit sieht er nicht nur äußerst wütend aus, sondern weist auch eine verbesserte Aerodynamik auf.

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Die speziell entwickelten Pirelli-Reifen sind auf extraleichten 20-Zoll-Felgen montiert. Gewicht sparten die Maserati-Ingenieure außerdem vor allem mithilfe der von Brembo gelieferten Carbon-Keramik-Bremsen, bei der Dämmung sowie bei den Sitzen: Statt der vier komfortablen Sessel im Gran Turismo S gibt es zwei puristische Carbon-Schalensitze.

Alles in allem ist der Stradale 110 Kilogramm leichter als der Gran Turismo S. Trotz der um 10 PS auf 450 PS gesteigerten Leistung verbraucht der Sportler so etwa 13 Prozent weniger Kraftstoff – auch wenn 14,4 Liter auf 100 Kilometer nicht unbedingt sparsam zu nennen sind. Aber das ist in dieser Preisklasse – der Stradale kostet mindestens 152.320 Euro – für die meisten Käufer ohnehin zweitrangig. Was zählt, sind die Fahrleistungen. Aus dem Stand auf Tempo 100 spurtet der Stradale in 4,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 301 km/h.

Überrollbügel statt Rücksitzbank

Das ist nicht nur auf dem Papier beeindruckend, wie unsere Testfahrt zeigt. Beim Einsteigen fällt der Überrollbügel auf, der sich statt der Rücksitzbank durch den hinteren Teil des Wagens spannt. Carbon, Leder und Alcantara dominieren den Innenraum.

Wir lassen uns in die Kohlenstoff-Schale gleiten und zurren uns mittels Vierpunktgurt fest – etwas ungewohnt für den freiheitsliebenden Ottonormalfahrer. Und wo ist jetzt der Startknopf? Es gibt keinen. Gestartet wird ganz profan mit einer Schlüsseldrehung.

Der Stradale begrüßt uns mit einem derart aggressiven Fauchen, dass uns das Herz gleichzeitig in die Hose rutscht und voller Vorfreude heftig zu schlagen beginnt. Per Knopfdruck legen wir den ersten Gang ein und los geht’s. Mit einem tiefen Brummeln lässt sich die Fahrmaschine artig durch die Tempo-30-Zone des Taunus-Städtchens Königsstein steuern.

Auf Seite 2: Aufs Gas getreten und in den Sitz gepresst

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