Gefahren Maserati GT2 Stradale – Flotte Flunder

Quelle: sp-x 3 min Lesedauer

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Die Sportwagen-Marke feierte letztes Jahr mit dem flachen Zweisitzer GT2 die ersten Siege auf der Rennstrecke. Jetzt legen die Italiener ein weitgehend identisches Modell mit Straßenzulassung nach.

Der GT2 „Stradale“ stammt von einem echten Rennwagen ab.(Bild:  Maserati)
Der GT2 „Stradale“ stammt von einem echten Rennwagen ab.
(Bild: Maserati)

Die Welt der Supersportwagen ist überschaubar geworden. Viele PS-Heroen dürfen von Amts wegen nicht auf öffentliche Straßen. Doch es gibt Ausnahmen: In der Liste von Hypercars mit Straßenzulassung finden sich bekannte Namen wie der Bugatti Chiron Super Sport 300+, der Ferrari SF 90 „Stradale“ oder der Lamborghini Huracán STO. Allen gemein sind die horrenden Preise, die die massenhafte Vermehrung im öffentlichen Verkehr zum Glück verhindern. Obwohl der neue Maserati GT2 „Stradale“ mit seinem Preis von 380.000 Euro vielleicht bei den Superreichen dieser Welt als Schnäppchen durchgehen und Begehrlichkeiten wecken dürfte.

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Beim Beschleunigen von der Boxengasse auf die Rennstrecke hinaus ist der Umgang mit dem rechten der beiden Pedale entsprechend respektvoll. Die kleinste Berührung lässt den Dreiliter-V6-Motor mit Doppelturbo sanft vibrieren, sendet wohlig kraftvollen Sound in den Innenraum, erster Druck baut sich in den Schalen der Sportsitze auf. Es warten viele unzählige Kurven und Biegungen auf der gut fünf Kilometer langen privaten Rennstrecke in der bergigen Nähe von Ronda oberhalb von Malaga. Das also wird der Spielplatz der künftigen Besitzer des Maserati.

Der „Stradale“ stammt zwar von einem echten Rennwagen ab, bietet aber schon auf den ersten Metern in seinem Innenleben wohnlich anmutenden Komfort und Luxus für all jene, die keine Sportfahrerschule absolviert haben und auch keine speziellen Fähigkeiten nachweisen müssen. Maserati weist dem Fahrzeug die Rolle eines Bindeglieds zwischen den zwei Wesensmerkmalen von Maserati zu: Eleganz trifft Rennsport, der Neuling ist mit seinen 471 kW/640 PS der stärkste Verbrenner mit dem Dreizack, der auf öffentliche Straßen darf.

Kraftvernichtung vor dem Kurveneingang

Nur der Maserati Gran Turismo Folgore mit seinen drei Elektromotoren, die zusammen 570 kW/775 PS liefern, läuft ihm dabei den Rang ab. Doch bis der typische Maserati-Kunde bereit ist, auf einen geräuschlosen Sportwagen umzuschwenken, muss der Papst wohl evangelisch werden.

Das Erlebnis der Kurvenhatz hält, was die nüchternen Zahlen im Datenblatt versprechen. Die Lenkung ist leichtgängiger als vermutet, liefert aber dennoch die nötige Spurtreue, die Karbonbremsen vernichten zuverlässig vor dem Einlenken am Kurvenanfang die Power aus der Geraden. Wieder auf sicherem Geläuf fasziniert die Spurtkraft, die auf Gedenksekunden beim Gasgeben verzichtet. Der Sportler absolviert die Prüfung auf 100 km/h in 2,8 Sekunden. Auf das Austesten der versprochenen Spitze von 324 km/h haben wir mit Rücksicht auf fehlende Streckenkenntnis und drohenden Wertverlust durch fehlendes Talent eines Profis verzichtet.

Bleibt die Erkenntnis, dass der GT2 auch als Stradale hält, was die Preisliste verspricht. Vor allem auch dann, wenn die üblichen Rettungsanker der elektronischen Assistenten nicht ausgeschaltet werden. Denn auf der Landstraße hinunter gen Costa del Sol bewegen wir uns dann im richtigen Leben eines Straßenautos und sorgen innerhalb der Verkehrsregeln für neugierige Blicke auf den Boliden. Standesgemäß öffnen beim Parkstopp die Schmetterlingstüren gen Himmel und ermöglichen rückenschonendes Ein- und Aussteigen.

Der Blick geht auf ein modernes Navi mit Apple-Carplay-Optik. Das schafft vertraute Normalität im Alltag. Die technische Feinarbeit der Aerodynamik und der Luftzufuhr dank Einströmung vom Bug und der seitlichen Kühl-Öffnungen oberhalb der Hinterachse kommt auf der Landstraße weniger zum Tragen als irgendwann einmal auf der linken Spur einer deutschen Autobahn.

Vor der Rückgabe des Test-Maserati schleichen sich dann doch Anflüge eines schlechten Gewissens ins Gehirn. Sind solche Autos noch zeitgemäß, was steht nochmal im Pariser Klimaabkommen, was nutzt die heimische Wärmepumpe, wenn so ein Renner pro 100 Kilometer 265 Gramm CO2 in die Luft bläst? Da beruhigt es schon, dass nur 914 Stück des GT2 Stradale gebaut werden, die der Hersteller dann weltweit verteilt. Doch die Faszination des technischen Meisterstücks aus Italien ist unbestritten, es sei den Wohlhabenden auf der Sonnenseite des Lebens gegönnt.

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