Der Ausblick hinten ist jedoch nicht sehr üppig, da die hinteren Türen – sicher aus Stabilitätsgründen – sehr viel Blech zeigen. Der Kofferraum bietet zerklüftete 290 Liter Volumen, eine abschließbare Plastiksperre zwischen den Rücksitzen gibt Platz für zwei Paar Ski frei. Das Lenkrad ist leider nur höhenverstellbar, erwartungsgemäß ist in einem japanischen Coupé nicht viel Platz für große Fahrer.
Verarbeitung gut - Materialien eines Großserienmodells würdig
Dafür entschädigen die liebevolle Innenraumgestaltung und das gefällige Cockpit. Die gute Verarbeitung würde den Begriff Premium sicher gerecht – inklusive der Schaltkulisse aus Metall, jedoch sind die Materialien des Cockpits und die Bedienhebel am Lenkrad lediglich eines Großserienmodells würdig. Besonders ist am Mazda RX-8 der Motorsound: Nach dem Start erhält man ein vibrationsfreies Surren. Das ändert sich schnell beim Gasgeben: Bemerkenswert unangestrengt durcheilt der Motor das Drehzahlband mit Geräuschen, die eher an posaunende Motorräder erinnern.
Nicht nur die Motorgeräusche zwingen zum Umdenken, auch der kleine Hubraum des Drehkolbenmotors bedingt ein deutlich höheres Drehzahlniveau als in vergleichbaren Situationen mit normalen Motoren. Bei 5.500 Touren liegt das maximale Drehmoment von 211 Nm an - die Maximalleistung von 231 PS erst kurz vor der Drehzahlgrenze. Entsprechend kurz hat Mazda das Sechsganggetriebe abgestimmt, zusammen mit der hervorragenden Laufruhe fühlt sich der Fahrer zu keiner Zeit genervt – im Gegenteil, der Mazda RX-8 hängt präzise am Gas und gibt kleinste Fußbewegungen mit wundervoller akustischer Quittung an die Hinterräder weiter.
Dank des neu entwickelten Fahrwerkes und der ausgewogenen Gewichtsverteilung hat der RX-8 eine sehr präzise Straßenlage mit sehr hohem fahrdynamischen Potenzial. Er lenkt spontan und präzise ohne Untersteuern in die vom Fahrer gewünschte Richtung. Mit dem hin und wieder wegwischenden Heck - bei Gaswechseln in schnellen Kurven beispielsweise - ist der RX-8 eine wahre Freude für die Fans des kontrolliert übersteuerndes Heckantriebs. Keine Sorge – das serienmäßige ESP gestattet lediglich wenige adrenalinfördernde Zentimeter. Trotz des sportlichen Fahrwerks bringen Bodenwellen keine Unruhe in das Fahrverhalten.
Zum Cruisen eignet der RX-8 sich ebenso gut, man kann den Mazda kurz über der Leerlaufdrehzahl ganz ohne Bocken durch die Shopping-Mall führen. Trotzdem macht der Mazda RX-8 zum (ökonomischen) Langsamen zu viel Spaß, daher ist die Herstellerangabe für den Kraftstoffverbrauch von 11,4 Litern Super auf 100 Kilometer eher ein theoretischer Wert. Der Mazda RX-8 in der getesteten Version „Revolution“ und 170 kW (231 PS) kostet ab 33.500 Euro. Ein Nissan 350Z liegt auf Augenhöhe, hat allerdings 280 PS. Exklusivität bekommt der RX-8-Käufer in punkto Motorisierung und Karosseriekonzept.
(ID:337699)