Medien: Daimler will Konzern bis 2019 in Holding umwandeln
Daimler-Chef Dieter Zetsche und Finanzvorstand Bodo Uebber wollen den Autobauer „beweglicher“ machen. Offenbar planen die beiden Manager schon sehr bald mit einer Dreiteilung in die Sparten Pkw- und Lieferwagen, Trucks und Busse sowie Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche spielt Medienberichten zufolge mit dem Gedanken, den Konzern schon bald in eine Holding zu wandeln. Wie das „Manager Magazin“ vorab berichtete, schwebt Zetsche vor, dass das Unternehmen spätestens zur Hauptversammlung im April 2019 in der neuen Struktur arbeiten soll. Eine entsprechende Grundsatzentscheidung hätten der CEO und Finanzvorstand Bodo Uebber getroffen und anderen Topmanagern bereits mitgeteilt.
Ein Daimler-Sprecher teilte mit, der Konzern prüfe kontinuierlich, wie er sich im Wettbewerb und Marktumfeld ideal positionieren könne. Bereits im Juli hatte Uebber Veränderungen bei Daimler ins Spiel gebracht. „Wir glauben, dass wir mit geänderten Strukturen den Konzern kundenagiler und fokussierter in den Märkten aufstellen können und damit Wachstumschancen heben“, sagte der Finanzchef vor einigen Wochen.
Nun gelte es für Daimler, an den juristischen Details zu arbeiten und den Beschluss durch verschiedene Gremien zu bringen, schreibt das Wirtschaftsmagazin weiter. Zetsche erhofft sich offenbar, den Autohersteller durch die Holding-Struktur beweglicher machen zu können. Dabei plant er dem Bericht zufolge mit einer Dreiteilung des Konzerns in Mercedes-Benz (inklusive Lieferwagen), Lkw (samt dem Busgeschäft) und Finanzdienstleistungen, an die auch die Mobilitätsangebote des Unternehmens angedockt werden könnten.
Auch das „Handelsblatt“ berichtet über dahingehende Überlegungen in der Daimler-Spitze, schreibt aber weiter, dass der Autohersteller zunächst einmal eine „Machbarkeitsstudie“ bei einem externen Berater in Auftrag gegeben habe. Diese solle die Vor- und Nachteile einer Holding-Struktur aufzeigen, schreibt das Blatt und beruft sich dabei auf Konzernkreise.
Wer wird Holding-Boss?
Unklar sei beispielsweise, ob eine Umwandlung nicht zu hohe Steuerzahlungen mit sich bringen würde. Außerdem dürfte die Arbeitnehmerseite die Pläne nur dann mittragen, wenn ihr Mitbestimmungsrecht auch in der neuen Holding aufrecht erhalten bliebe.
Von einzelnen Bereichen will sich der Konzern offenbar nicht trennen, dafür seien Teilbörsengänge separater Sparten möglich. Sollte der Autobauer den Schritt von Konzern zu Holding tatsächlich vollziehen, müsste das Unternehmen zudem einen Holding-Chef ernennen. Dieter Zetsches Vertrag als Vorstandvorsitzender von Daimler läuft 2019 aus. Sollte der 64-Jährige nicht in Rente gehen, ist er laut Manager Magazin und Handelsblatt definitiv ein Kandidat für die Spitzenposition. Aber auch Bodo Uebber soll Chancen haben. Ein Wörtchen mitreden könnte auch der zuletzt immer wieder als Zetsche-Nachfolger gehandelte Entwicklungschef Ola Källenius.
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