Autojahr 2024 Mehr Neuzulassungen an der Weser

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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Wie auch bundesweit schwächelte der Absatz von E-Autos in Bremen und Bremerhaven. Immerhin verzeichnete das Kfz-Gewerbe ein unerwartetes Plus bei den Neuzulassungen. Die Zahlen legte Präsident Karl-Heinz Bley vor.

In der Hansestadt Bremen legten Geschäftsführer Christian Metje (v.l.), Obermeister Horst Koßmann und Präsident Karl-Heinz Bley die Bilanz des regionalen Kfz-Gewerbes für 2024 vor. (Bild:  Zietz - VCG)
In der Hansestadt Bremen legten Geschäftsführer Christian Metje (v.l.), Obermeister Horst Koßmann und Präsident Karl-Heinz Bley die Bilanz des regionalen Kfz-Gewerbes für 2024 vor.
(Bild: Zietz - VCG)

Der Automarkt an der Weser hat sich im turbulenten Jahr 2024 unerwartet positiv entwickelt, mit einem Gesamtumsatz von 2,1 Milliarden Euro. Über 64.000 Pkw-Käufe, ein florierender Gebrauchtwagenmarkt und hohe Nachfrage nach Serviceleistungen trugen zu diesem Erfolg bei. Besonders erfreulich für das Kfz-Gewerbe in Bremen und Bremerhaven: Die Neuzulassungen zeigten mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent ein unerwartetes Plus.

Allerdings bleibt die Elektromobilität das Sorgenkind der Branche, betonte Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. Gemeinsam mit Hans Jörg Koßmann, Obermeister der Innung des Kraftfahrzeugtechniker-Handwerks Bremen, und mit Geschäftsführer Christian Metje legte er am Dienstag in Bremen die Bilanz für das Autojahr 2024 vor.

Umsatzwachstum durch Gebrauchtwagen und Service

Den Löwenanteil des Gesamtumsatzes machten Gebrauchtwagen- und Serviceleistungen aus. Der Umsatz mit gebrauchten Pkw stieg um bemerkenswerte 20 Prozent und erzielte 866,6 Millionen Euro. Dabei profitierte der Markenhandel von einem Marktanteilswachstum auf 42 Prozent. Die Serviceleistungen verzeichneten eine Steigerung um 7,2 Prozent auf 280,3 Millionen Euro, bedingt durch höhere Fahrzeugbestände und gesteigerte Fahrleistungen. Die durchschnittliche Werkstattauslastung stieg auf 87 Prozent. Auch die Preisentwicklung bei Ersatzteilen und Gehältern trug zur Kostensteigerung im Servicemarkt bei.

E-Mobilität – zwischen Hoffnung und Hindernissen

Trotz positiver Entwicklungen schwächelt die Elektromobilität in der Hansestadt wie auch bundesweit. Der Anteil an vollelektrischen Pkw (BEV) bei den Neuzulassungen fiel um 18,8 Prozent – von einem Hochlauf der Elektromobilität könne bei diesen Zahlen keine Rede sein, so Bley. Gründe hierfür sind fehlende staatliche Kaufanreize und hohe durchschnittliche Kaufpreise von 56.670 Euro für neue E-Pkw. Plug-in-Hybride hingegen legten zu und bieten ein gewisses Potenzial als Einstieg in die Elektromobilität.

Obermeister Hans Jörg Koßmann betont, dass Kaufanreize dringend notwendig seien, um den Markt positiv zu stimulieren. Trotz sprunghafter Elektro-Neuzulassungen durch Hersteller-Eigenzulassungen bleibt die Nachfrage von Privatkunden verhalten.

Ausbildungsbilanz und Ausblick auf 2025

Ein Lichtblick im Jahresreport ist die Ausbildungsbilanz im Kfz-Gewerbe Bremen und Bremerhaven, die mit 5,3 Prozent mehr Neuanmeldungen für Kfz-Berufe zur Fachkräftesicherung beiträgt.

Doch die Frage nach der langfristigen Entwicklung des Marktes bleibt, insbesondere angesichts der Anforderungen und Unsicherheiten im Bereich der E-Mobilität. Hier sei die künftige Bundesregierung gefragt. Obermeister Koßmann forderte unter anderem eine Reform der Förderstruktur und bezahlbaren Ladestrom.

Die abrupten Förderstopps der Vergangenheit hätten das Vertrauen der Verbraucher in die Elektromobilität erschüttert. Deutschland brauche ein verlässliches, langfristiges Fördersystem für alle klimafreundlichen Antriebsarten. Planbare Kaufanreize, die sich am Einkommen der Menschen orientierten, seien „die Forderung der Stunde“. Die Forderung sei ein Dreiklang aus Technologie, Bezahlbarkeit und Infrastruktur, so Koßmann.

Als weitere Forderung an die Politik nannte Bremens Obermeister den Einsatz nach einer Regulierung für die Fahrzeugdaten. Die vom Fahrzeug generierten Daten gehörten den Kunden und letztlich auch den Werkstätten. Ebenso müsse die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) überarbeitet werden.

Sondereffekte treiben E-Zahlen

Der Jahresstart 2025 erfolgte in Bremen mit gemischten Ergebnissen. Trotz des vor allem durch Sondereffekte bei den E-Neuzulassungen ausgelösten Elektro-Booms sehe man die Transformation „noch nicht mit Schwung und Elan“. Die aktuellen Elektro-Zulassungen seien das Ergebnis starker Eigenzulassungen der Hersteller, die damit die von der EU verhängten Strafzahlungen bei überschrittenen CO2-Flottengrenzwerten verhindern wollten. Das Kfz-Gewerbe an der Weser verzeichnete zum Jahresbeginn ein Plus von 42,9 Prozent für Stromer und von 45,1 Prozent für Plug-in-Hybride. Allerdings wirke die Ankündigung der Koalitionäre, neue Kaufanreize für Stromer zu bieten, aktuell wieder als Hemmschuh für das Kaufinteresse der Kunden.

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