Versicherungswirtschaft Mehr Sicherheit für Transport und Lagerung von Stromern

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Der Transport von E-Autos und die Lagerung von E-Batterien sollen strengeren Sicherheitsanforderungen unterliegen, fordern die deutschen Versicherer. Das betrifft nicht nur die Verschiffung von Stromern, sondern auch den Umgang mit E-Autos in den Kfz-Betrieben.

Der Gesamtverband der Versicherer hält die bisherigen Sicherheitsvorgaben beim Transdport und der Lagerung von Elektrofahrzeugen und ihren E-Akkus nicht für ausreichend. (Bild:  ProMotor)
Der Gesamtverband der Versicherer hält die bisherigen Sicherheitsvorgaben beim Transdport und der Lagerung von Elektrofahrzeugen und ihren E-Akkus nicht für ausreichend.
(Bild: ProMotor)

Mit Blick auf wachsende Brandrisiken von Lithium-Batterien hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein Positionspapier vorgelegt, das umfassendere Sicherheitsvorgaben für deren Transport und Lagerung fordert. Die Empfehlungen betreffen nicht nur Seetransporte, sondern auch Logistikprozesse und Lagerflächen im Inland – und damit auch den Automobilhandel und Kfz-Servicebetriebe, da immer mehr E-Fahrzeuge und Hochvoltkomponenten in den Standorten lagern.

Wie der Verband mitteilt, haben sich Lithium-Batterien weltweit zur häufigsten Brandursache auf Containerschiffen entwickelt. Grund dafür sei die sogenannte Thermal-Runaway-Dynamik, bei der sich überhitzte Zellen selbst entzünden und Brände durch Kettenreaktionen verschärfen können. Solche Batteriebrände seien schwer zu löschen und könnten Tage später sogar wieder aufflammen.

Für den Seetransport empfiehlt der GDV klare Abstandsregeln für Container mit Lithium-Batterien oder E-Fahrzeugen sowie Vorgaben zur Temperaturüberwachung und -kühlung. Außerdem sollten Batterien nur mit begrenztem Ladezustand verschifft werden, um die Brandgefahr zu verringern.

GDV fordert Gefahrgutklasse für Batterien

Ebenso fordert der Verband strengere Sicherheitskonzepte für die Lagerung an Land. In Logistikzentren, Autohäfen und Betriebsflächen müsse die Lagerung von Batterien und E-Fahrzeugen räumlich getrennt und brandschutztechnisch abgesichert erfolgen. „Batterien gehören in speziell gesicherte Bereiche und nicht einfach irgendwo ins Regal oder auf den Hof“, betonte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Dossier: Batteriereparatur

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(Bildquelle: VCG)

Ein defekter Stromspeicher eines Elektroautos muss nicht zwangsläufig getauscht werden. Vieles lässt sich reparieren – die richtige Ausrüstung und Spezialisten vorausgesetzt. Angesichts der steigenden Bestandszahlen von E-Modellen gewinnt dieses Angebot an Marktrelevanz. Was interessierte Betriebe tun können, was sie beachten müssen und wie sich der Fahrzeugmarkt verändert, lesen Abonnenten im Online-Dossier Batteriereparatur.

Kernforderung des Verbands ist zudem die Einführung einer eigenen Gefahrgutklasse für Lithium-Batterien. Die derzeitige Sammelkategorie bilde die spezifischen Risiken aus Sicht der Versicherer nicht ausreichend ab. Eine separate Einstufung würde laut GDV für klarere Kennzeichnungen, präzisere Informationen für Einsatzkräfte und passgenauere Sicherheitsregeln sorgen.

Asmussen unterstrich, dass die Forderungen nicht der Panikmache dienen sollen, sondern der realistischen Vorsorge. Ein höheres Sicherheitsniveau entlang der gesamten Transport- und Lagerkette sei Voraussetzung dafür, dass Elektromobilität langfristig sicher, effizient und gesellschaftlich akzeptiert wachsen könne.

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