Meldebogen für falsche Zeitvorgaben
Die Kalkulation der Reparaturkosten ist abhängig von den Angaben der Hersteller und Lieferanten. Oft stimmen die Werte aber nicht. Die IFL schafft nun Abhilfe.
Die Interessengemeinschaft für Fahrzeugtechnik und Lackierung (IFL) hat sich richtige und praxiserprobte und realistische Reparatur- und Lackierzeiten für die Schadenkalkulation auf die Fahnen geschrieben. Um die richtigen Zeitangaben zu erhalten sei die Mitarbeit der ganzen Branche gefordert, sagte der wiedergewählte IFL-Vorsitzende Friedrich Nagel auf der Mitgliederversammlung in Celle.
Die in Deutschland gängigen Schadenskalkulationssysteme Audatex und DAT stehen im Mittelpunkt der im Januar 2007 gegründeten Interessengemeinschaft. Fehler und Mängel im Bereich der Karosserie- und Lackierzeiten werden von den Anwendern, also den Werkstätten und Sachverständigen, gemeldet. Dazu hat die IFL einen Fragebogen entwickelt, der die Meldungen erleichtern soll (Download). Die Meldungen aus dem Gewerbe werden anschließend von den Karosserie- und Lackexperten der IFL überprüft und mit dem jeweiligen Kalkulationsanbieter besprochen.
Die bisher von den Betrieben gemeldeten Mängel haben sich IFL-Angaben zufolge insbesondere auf falsche Vorgaben der Hersteller, Übertragungsfehler oder fehlende zeitliche Verknüpfungen bezogen. Alle Meldungen werden von der IFL überprüft, etwa zwei Drittel der Meldungen führen zur Rücksprache mit dem Schadenskalkulationsanbieter.
Vertretung von Betrieben und Sachverständigen
Die IFL vertritt die Interessen der Reparatur-Betriebe ebenso wie jene der Sachverständigen. Die bisherige IFL-Arbeit sei von breitem Konsens gekennzeichnet, sagte der IFL-Vorsitzende. Nagel zufolge sei es erklärter Wille aller Beteiligten, dass die richtigen Arbeitswerte und Reparaturzeiten gefunden und angewendet werden. Dass die Versicherungswirtschaft und auch die Automobilhersteller teilweise anders gelagerte Interessen vertreten, liege in der Natur der Sache.
Künftig sollen REFA-Arbeitszeitstudien in den Fällen in Auftrag geben werden, wenn zwischen den Beteiligten keine Verständigung über die „richtigen“ Arbeitszeiten für einzelne Reparatur- und/oder Lackierarbeiten erzielt werden.
In der IFL sind der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), die Karosserieverbänden aus Österreich und der Schweiz, die Sachverständigenorganisationen TÜV, Dekra, BVSK und SSH sowie die Schadenskalkulationsanbietern Audatex und DAT zusammengeschlossen. Einige Unternehmen der Lackindustrie sind bereits als Fördermitglieder der IFL beigetreten.
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