Mercedes-Benz Merbag kauft Niederlassung Mainz

Von Yvonne Simon 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Es geht Schlag auf Schlag: Mit Mainz ist binnen kurzer Zeit die dritte Mercedes-Benz-Niederlassung verkauft. Im Dezember übernimmt die Merbag den Standort. Die Schweizer Gruppe setzt damit ihren Expansionskurs in Deutschland fort.

Die Mercedes-Benz-Niederlassung Mainz geht an die Merbag.(Bild:  Mecedes-Benz)
Die Mercedes-Benz-Niederlassung Mainz geht an die Merbag.
(Bild: Mecedes-Benz)

Die Schweizer Merbag-Gruppe erhält den Zuschlag für die Mercedes-Benz-Niederlassung Mainz. Das gaben der Hersteller und der Händler am Donnerstag (17.7.) bekannt. Die Niederlassung geht mit allen rund 225 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum 1. Dezember 2025 an die Autohaus-Gruppe über, deren Deutschland-Sitz sich in Trier befindet. Details zum Deal, etwa die Investitionssumme, wurden nicht bekannt.

Der Standort Mainz liegt geografisch nahe an den 19 Mercedes-Benz-Autohäusern, welche die Merbag Holding in Deutschland bereits betreibt. Viele davon kamen erst kürzlich hinzu – zum 1. April 2025 übernahm Merbag die KBM-Gruppe und verdreifachte damit die Anzahl ihrer Standorte hierzulande.

Jens Niedereichholz, CEO Autohandel Deutschland bei der Merbag, sagt: „Es freut uns sehr, dass wir die Mercedes-Benz-Niederlassung Mainz von der Mercedes-Benz Group AG übernehmen dürfen. Inmitten der prosperierenden Rhein-Main-Region bilden die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz und die angrenzende hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, deren ehemalige Werksniederlassung ebenfalls Teil der Merbag-Gruppe ist, ein länderübergreifendes Doppelzentrum.“ Der Standort Mainz ergänze das Verkaufsgebiet der Merbag optimal und stärke die Unternehmensgruppe in der Region als Arbeitgeberin.

Europaweit werden zum 1. Dezember 2025 rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Gruppe gehören, die bislang 63 Standorte betreibt, davon 28 im Heimatland Schweiz. Hinzu kommen je fünf Standorte in Italien und Luxemburg sowie sechs Autohäuser im Großraum Wien.

Dritte Niederlassung verkauft

Die Niederlassung Mainz ist Vertriebs- und Servicestandort für Pkw, Transporter und Reisemobile von Mercedes-Benz, sowie die zugehörigen Marken AMG, Maybach, Smart und Daimler Truck. Der Standort ist die dritte Niederlassung, die Mercedes-Benz in der aktuellen Welle veräußert. Ende Juni fiel der Startschuss mit dem Verkauf der Niederlassung Ulm/Neu-Ulm an die neu formierte Sterne-Gruppe mit Sitz in Augsburg. Hinter dem Unternehmen stehen die Traditionshändler Kreuter-Medele-Schäfer sowie Abel + Ruf. Vergangene Woche ging Dortmund an die Jürgens-Gruppe.

Weitere Gespräche laufen

Derzeit befinde sich Mercedes-Benz „in sehr konstruktiven Gesprächen mit potenziellen Erwerbern für weitere Standorte.“ Die Nachfrage sei hoch, wie Jan Medeja, Vice President Mercedes-Benz Retail Europe Cars and Vans, erklärte.

Als besonders wichtige Kriterien bei der Auswahl der Käufer nennt der Konzern ausgewiesene Expertise im Fahrzeughandel und -service, nachhaltige Investitionsbereitschaft, ein langfristiges unternehmerisches Konzept, wirtschaftliche Stärke und Aufgeschlossenheit gegenüber Arbeitnehmervertretungen.

Auch wenn es bald die nächsten Vollzugsmeldungen geben dürfte, könnte sich der Verkauf der zweiten Welle der Niederlassungsbetriebe über einige Jahre erstrecken. Denn es geht um eine große Anzahl von Standorten – und die Betriebe dürften für Investoren wirtschaftlich unterschiedlich interessant sein. Zudem ist die wirtschaftliche Gesamtlage derzeit für viele Händler herausfordernd. So ist davon auszugehen, dass sich die zweite Verkaufswelle in mehreren Schüben vollziehen wird.

Mercedes-Benz hatte Anfang vergangenen Jahres verkündet, seine rund 80 noch verbliebenen Niederlassungsbetriebe zu verkaufen. Bereits 2015 hatte der Hersteller sein Niederlassungsnetz in Deutschland ausgedünnt und 63 Standorte an Händler verkauft. Nach dem Start in Deutschland ging der Hersteller in anderen Ländern den gleichen Schritt. Dort verfügt Mercedes-Benz nach Konzernangaben kaum noch über eigene Vertriebsstandorte.

In Deutschland gingen im Zuge der Verkaufswelle 2015 Niederlassungsbetriebe an große Namen aus der Automobilwirtschaft. Auch Investoren aus dem Ausland kamen zum Zug wie die Schweizer Händlergruppen Emil Frey und Kestenholz oder die chinesische Lei Shing Hong, die einstige Niederlassungsbetriebe in Ostdeutschland heute unter dem Markennamen Sternauto führt.

Auch mehrere deutsche Händler übernahmen Niederlassungsbetriebe. Die meisten Gruppen sind damit nach wie vor in Eigenregie aktiv. Manch einer dieser Händler wurde seitdem seinerseits wieder übernommen – unter anderem von ausländischen Investoren. In der jetzigen Verkaufswelle könnten auch verstärkt familiengeführte Käufer zum Zug kommen, wie aus dem Vertriebsnetz zu hören war.

(ID:50487890)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung