Mercedes GLS: Oberklasse-Gefühl auf allen Wegen

Seite: 2/2

Hinter dem Lenkrad lässt einen das Gefühl nicht los, in einer höhergelegten S-Klasse zu sitzen. Es dominiert der riesige Wide-Screen. Die Darstellung ist exzellent, die Bedienung nahezu so intuitiv wie bei einem Smartphone, wenn auch die Anzahl der Menüs und Möglichkeiten den Kunden anfänglich überfordern dürfte. Natürlich kommt im GLS das jüngste Update des MBUX-Systems (Mercedes-Benz User Experience) zum Einsatz, nochmals erweitert und intelligenter als je zuvor. Über ein „Hey, Mercedes“ kann man sich in freier Wortwahl mit dem System unterhalten wie zu Hause mit Alexa von Amazon. So zeigt einem das Navi bei „Ich habe Hunger“ oder „Ich brauche Geld“ beispielsweise die nächstliegenden Restaurants oder Bankautomaten an.

Nach dem GLE erhält der GLS als zweites SUV das aktive Fahrwerk „E-Active Body Control“ (Aufpreis). Damit stemmt sich auch der GLS in Kurven erfolgreich gegen die natürliche Wankbewegung. Dies regeln elektrisch betriebenen Hydraulikpumpen. Sie drücken den Wagen wie einen Motorradfahrer um die Kurve. Maximal beträgt die Schräglage allerdings nur drei Grad. Und noch ein technisches Schmankerl hält der GLS bereit. Er schaukelt sich selbst aus losem Sand oder Schnee, falls mal der Allradantrieb mit seinem Latein am Ende ist. Die Hydraulik lässt das Auto vorne und hinten wippen, so wie dies früher ein paar nette Kumpels mit den Händen getan haben, wenn man sich mal festgefahren hatte.

Mercedes GLS: Fett unterwegs auf allen Wegen
Bildergalerie mit 10 Bildern

Zum Thema Assistenzsystem hat Mercedes natürlich alles in das Flaggschiff-SUV gepackt, was in dieser Fahrzeugklasse en vogue ist. Der GLS erkennt Staus im Vorfeld und regelt sein Tempo automatisch. Er kann selbstständig überholen, fährt im Stop&Go-Verkehr nahezu autonom und setzt sich von alleine wieder in Bewegung, falls die Standzeit weniger als eine Minute betragen hat. Neu ist eine Waschstraßenfunktion. Mit einem Knopfdruck lässt sich der Wagen auf die Einfahrt in die Waschhalle vorbereiten. Unter anderem fährt die Luftfederung in die höchste Stellung, was die Spurbreite etwas verringert, die Spiegel klappen ein, Schiebedach und Scheiben schließen.

Größe, Luxus und Komfort haben ihren Preis. Der neue GLS startet als 350d bei 85.924 Euro, der etwas stärkere 400d kostet ab 90.386 Euro. Er soll im Herbst in den Markt gehen – und trifft gleich auf einen neuen deutschen Konkurrenten, den X7. Denn auch BMW möchte sich das lukrative Geschäft mit den Full-Size-SUV nicht entgehen lassen, selbst wenn Deutschland dabei nur eine untergeordnete Rolle spielt.

(ID:45993127)