Aber: Einige wichtige aktive Assistenzsystemen, die in vielen Personenwagen längst üblich sind, sucht man in Bussen aller Hersteller vergeblich – auch im derzeit modernsten mit Mercedes-Stern. Beispiele sind das aktive selbsttätige Zurücklenken beim Verlassen der Spur, ein für sicheres Überholen wichtiger Toter-Winkel-Assistent, die Verkehrszeichenerkennung oder ein System, das bei Kreuzungen auch den Querverkehr im Auge hat. Ingenieur Peter Schumacher erklärt: „Es ist ungleich schwerer, all diese Innovationen auch in die großen Fahrzeuge zu übernehmen. Wir arbeiten auch am teilautonomen Fahren, brauchen aber noch einige Zeit.“ Der Sicherheitsexperte verweist darauf, dass Daimler stets Vorreiter bei der Einführung von Systemen war, die dann erst Jahre später vom Gesetzgeber zur Pflicht gemacht wurden.
Als neuestes Beispiel nennt Schumacher den sogenannten „Front Collision Guard“ im Tourismo. Im Falle eines Frontalaufpralls bauen spezielle Karosserie-Elemente die Energie gezielt ab, gleichzeitig wird der Platz des Fahrers inklusive Lenkung und Pedalen komplett nach hinten verschoben. Dadurch können entscheidende Zentimeter an Überlebensraum für den Menschen hinterm Steuer gewonnen werden.
Feste Listenpreise wie beim Pkw gibt es im Busgewerbe übrigens nicht, es hängt von der individuellen Konfigurierung des Käufers ab. Ein gut ausgestatteter Tourismo mit 50 Sitzen und gut 300 kW/409 PS Leistung dürfte für knapp unter 250.000 Euro zu haben sein.
Fazit: Nach über zwei Jahrzehnten ein neues Fahrzeug, da durfte man von Mercedes einiges erwarten. Der Tourismo erfüllt diese Erwartungen, vor allem in den Bereichen Komfort, Sicherheit und Verbrauch. Und um die Lücken bei den Assistenzsystemen zu füllen, haben die Schwaben jetzt ja wieder viele Jahre Zeit.
(ID:44745647)