Mercedes macht den Tourismo neu

Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Die Stuttgarter erneuern den meistverkauften Reisebus Europas. Der Tourismo wird leichter, komfortabler, sicherer und vor allem sparsamer. Kompliziert wird's allerdings beim Thema Assistenzsysteme.

Feste Preise gibt es nicht. Ein gut ausgestatteter Tourismo dürfte für knapp 250.000 Euro zu haben sein.
Feste Preise gibt es nicht. Ein gut ausgestatteter Tourismo dürfte für knapp 250.000 Euro zu haben sein.
(Bild: Daimler)

Ein gutes Fünftel aller Reise- und Fernbusse tragen auf unserem Kontinent den Namen Tourismo. Eine schwere Hypothek also für die Mercedes-Ingenieure und Techniker, die nach 23 Jahren einen völlig neuen Tourismo auf die Räder stellten. Denn alles sollte ja möglichst so bleiben, wie es die Abermillionen Fahrgäste schätzen lernten – dabei sollte es natürlich auch viel besser werden.

Der Neue ist je nach Version um bis zu sieben Prozent sparsamer als sein Vorgänger, 200 Kilogramm leichter, bietet mehr Varianten und Motorisierungen, verwöhnt die bis zu 60 Insassen mit neuer Sitzqualität und vollautomatischer Klimaregelung und den Fahrer mit deutlich gesteigertem Bedienkomfort. Und auf Wunsch können sich die Passagiere auf dem Weg in den Urlaub oder in die nächste Stadt mit bordeigenem Internetzugang und einem Unterhaltungsprogramm die Zeit vertreiben. Jeder Platz kann zudem mit Strom- oder USB-Anschluss versorgt werden.

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Da bereits die laufende Generation ein durchaus schickes Gefährt mit „zeitloser Eleganz“ war, verlegten sich die Designer beim Neuling auf gezielte Feinarbeit. Die Gehäuse der Scheinwerfer wurden umgestaltet und lassen den vertraut schmalen Kühlergrill markanter erscheinen. Bi-Xenon gibt es nur gegen Aufpreis. Das modernere LED-Licht allerdings ist derzeit noch nicht zu haben.

Auffallend sind die ausladenden Rückspiegel, die sich wie Arme nach vorne strecken. Da die Karosserie im oberen Bereich stärker eingezogen ist, wirkt der neue Tourismo nicht mehr so wuchtig und verbessert gleichzeitig die Sicht der Passagiere durch die Seitenscheiben. Verändert wurde auch das Heck mit der Mercedes-typischen trapezförmigen Rückscheibe, unter der jetzt Karosserielinien in V-Form für Aufmerksamkeit sorgen.

Bei alledem wurde vor allem auf verbesserte Aerodynamik geachtet. Mit einem cw-Wert von 0,33 setzt der Tourismo eine Bestmarke in der Gilde der Reisebusse. Hinzu kommt, dass ab 95 km/h die Karosserie automatisch um zwei Zentimeter abgesenkt wird. Dadurch reduziert sich die Stirnfläche. In Summe soll ein Busunternehmer je nach Motorisierung bei einer Laufleistung von 100.000 Kilometer so bis zu 2.000 Liter Diesel pro Jahr sparen.

Busse hinken bei Assistenzsystemen hinterher

Daimler-Bus-Chef Hartmut Schick betont, dass kein Reisebus im Segment sicherer sei als der neue Tourismo und verweist auf die eingebauten oder gegen Aufpreis lieferbaren Assistenzsysteme. So ist der Notbremsassistent, dessen Radaraugen 200 Meter nach vorn blicken, immer an Bord. Er warnt bei einer drohenden Kollision und bremst auch vollautomatisch, wenn der Fahrer nicht reagiert.

Gegen Aufpreis gibt es ein verbessertes System, dass bei auftauchenden stehenden Hindernissen (z.B. Stauende) früher reagiert. Dieser elektronische Helfer ist sogar serienmäßig, wenn der Käufer des Tourismo ein Abstandsradar bestellt, das ähnlich wie bei vielen Pkw-Modellen im Stop-and-Go auch für ein selbsttätiges Anfahren sorgt. Ein Spurassistent ist immer eingebaut, er warnt allerdings nur, wenn der Buslenker eine Straßenmarkierung überfährt.

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