Mercedes-Rückrufe: Lenkanlage, Insassenschutzsystem und Fahrwerk

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jens Rehberg

Gleich drei Baugruppen bei diversen Mercedes-Modellen sind es, die in der Vertragswerkstatt einer Überprüfung bedürfen.

(Bild: Daimler)

Daimler hat für zahlreiche Mercedes-Modellreihen Rückrufaktionen gestartet. Nimmt man Bauzeitraum und Modelle als Maßstab dürfte die zahlenmäßig größte Aktion ein Rückruf der elektrischen Servolenkung für die C-Klasse (Baureihe 205), E-Klasse (BR 212), E-Klasse Coupé (BR 207), S-Klasse (BR 222) und SL (BR 231) aus dem Produktionszeitraum von August 2012 bis Oktober 2015 sein. Details zur Stückzahl wollte ein Sprecher gegenüber »kfz-betrieb« nicht nennen.

Bei den genannten Modellen „könnten Steuergeräte der elektrischen Servolenkung mit fehlerhafter Verschweißung der Kontakte verbaut sein“, sagte er. Dadurch könne eine dauerhafte elektrische Verbindung möglicherweise nicht gewährleistet sein, wodurch ein Verlust der Servounterstützung der Lenkung drohe. Das KBA spricht in seinem Warnhinweis zusätzlich von Brandgefahr. Als Abhilfe ist ein Tausch der Elektrolenkung vorgesehen. Der soll etwa 3,5 Stunden in Anspruch nehmen.

Der zweite und dritte Rückruf betrifft die Baureihe 166 (ML, GL, GLE, GLS) und 292 (GLE Coupé). Bei zwischen Juli 2014 und September 2016 gebauten Fahrzeugen könnte die automatische Insassenklassifizierung der Beifahrersitzbelegung nicht korrekt funktionieren. „Sollte eine sehr leichte Person im Randbereich des Sitzes Platz nehmen und über einen längeren Zeitraum absolut ruhig in dieser Position sitzen bleiben, besteht die Möglichkeit, dass die automatische Insassenklassifizierung die Person nicht korrekt erkennt und den Beifahrer als Kindersitz umklassifiziert“, erläuterte der Sprecher. Ein halbstündiges Softwareupdate soll eine ungewollte Abschaltung des Beifahrerairbags künftig ausschließen.

Last but not least müssen bei den beiden Baureihen und zusätzlich der R-Klasse (BR251) die Achsschrauben an der Vorder- und Hinterachse ausgetauscht werden und zwar bei Fahrzeugen aus dem Produktionszeitraum September 2014 bis März 2015. Aufgrund fehlerhafter Verschraubung könne es zu einem Vorspannkraftabfall in der Schraubverbindung kommen, so der Sprecher. „Dies führt in der weiteren Folge zu einem Bruch der Schrauben.“ Für den Aufenthalt in der Vertragswerkstatt sind rund drei Stunden eingeplant.

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