Mercedes-Rückrufe: Sicherheitsgurt und Nockenwelle

Autor / Redakteur: Bernd Reich / Jens Rehberg

Bei mehreren Baureihen mit den Vierzylinder-Benzinern M270 und M274 ist Mercedes aktiv geworden. Auch einige Sprinter müssen in die Werkstatt.

Das aktuelle S-Klasse-Coupé.
Das aktuelle S-Klasse-Coupé.
(Foto: Daimler)

Ende Oktober hat Daimler zwei Rückrufaktionen gestartet, die mehrere Mercedes-Baureihen betreffen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte die Maßnahmen am Dienstag auf Anfrage. In beiden Fällen gehe es in Deutschland um eine „niedrige vierstellige“ Stückzahl.

Der erste Rückruf betrifft das S-Klasse Coupé (BR 217) der Baujahre 2013 bis 2015. Hier wurden die vorderen Sicherheitsgurte vertauscht eingebaut. „In einem derartigen Fall würde sich das Sperrverhalten der Sicherheitsgurte verändern und der reversible Gurtstraffer – eine zusätzliche Gurtfunktion – würde auf der falschen Seite aktiviert werden“, erklärte die Sprecherin.

Bei Tests mit vertauschten Sicherheitsgurten sei bei den Insassenbelastungswerten aber kein Unterschied im Vergleich zu korrekt montierten Gurten gemessen worden, betonte sie. Dennoch würden als vorsorgliche Maßnahme die Sicherheitsgurte auf korrekte Einbauposition überprüft und diese gegebenenfalls korrigiert. Für die Arbeiten sind circa 2,5 Stunden angesetzt.

Deutlich mehr Baureihen betrifft die zweite Aktion, nämlich alle, bei denen der aktuelle Vierzylinder-Reihenbenziner quer (M270) oder längs (M274) eingebaut ist. Namentlich sind das die A-, B-, C-, CLA-, E-, GLA-, GLC- und SLK-Klasse. Bei in diesem Jahr gebauten Fahrzeugen könnte die Schweißnaht an der Nockenwelle nicht korrekt ausgeführt sein. „Dies kann zu einem Bruch der Nockenwelle führen“, sagte die Sprecherin. Es drohen ein Motorschaden und damit ein Liegenbleiben des Fahrzeugs. Der Austausch der Nockenwelle wird je nach Motorausführung zwischen acht und 9,5 Stunden in Anspruch nehmen.

Überschaubar dürfte auch ein Rückruf für den Sprinter sein, zu dem die Nutzfahrzeugabteilung von Mercedes-Benz keine Angaben machte. Bei Modellen aus dem Bauzeitraum 13. Juli bis 20. August dieses Jahres können sich die Verschraubungen der linken und rechten Sicherheitsgurte an der B-Säule lockern, wodurch sich die Verletzungsgefahr bei einem Crash erhöht. Die Schraubverbindung wird geprüft und gegebenenfalls das Anzugsdrehmoment korrigiert.

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