IfA-Branchengipfel Mercedes: Gesamtvolumen soll trotz Luxus-Fokus wachsen

Von Yvonne Simon 2 min Lesedauer

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Es gebe immer mehr Millionäre und damit auch immer mehr Abnehmer für Luxusautos, erklärt Karl Schregle, Leiter Vertrieb bei Mercedes-Benz Cars Europe, in Nürtingen. Trotz Höherpositionierung soll auch künftig das Gesamtvolumen steigen.

Karl Schregle, Leiter Mercedes-Benz Cars Europe, auf dem IfA-Branchengipfel in Nürtingen.(Bild:  Simon – VCG)
Karl Schregle, Leiter Mercedes-Benz Cars Europe, auf dem IfA-Branchengipfel in Nürtingen.
(Bild: Simon – VCG)

Mercedes möchte wachsen – vor allem im Luxussegment, aber auch was das Gesamtvolumen anbelangt. Über die Pläne sprach Karl Schregle, Leiter Vertrieb bei Mercedes-Benz Cars Europe, am Donnerstag auf dem Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA) in Nürtingen.

Mercedes wolle denken und handeln wie eine Luxusmarke – „think and act like a luxury brand“ – und sieht dafür eine wachsende Zielgruppe. Denn die Zahl der Vermögensmillionäre steige, nicht nur in China, sondern auch in Europa, erklärte Schregle. Die will Mercedes mit Maybach, AMG, aber auch Modellen wie der G-Klasse bedienen.

Im Mercedes-Handel ist unterdessen der Trend zu beobachten, dass Händler zusätzliche Marken ins Portfolio aufnehmen, um größere Kundengruppen anzusprechen. Beispiele waren zuletzt die Schade-Gruppe mit Hyundai oder die Kunzmann-Gruppe mit Kia. Schregle wollte auf der Bühne keinen Zusammenhang mit der Höherpositionierung der Marke ableiten: „Ob Luxury da der Grund ist, weiß ich nicht“, kommentierte er in Nürtingen.

Mercedes wolle auch in Zukunft „Einstiegsautos zu adäquaten Preisen“ bieten. Es solle künftig vier statt fünf Kompakt-Modelle geben. „Das Gerücht, dass wir uns aus der Kompaktklasse verabschieden, stimmt nicht“, betonte Schregle.

„Haben in unseren strategischen Planungen nicht verankert, dass wir weniger Autos verkaufen“

Mercedes rechne im Zuge der Konzentration auf höhere Segmente auch nicht mit einem Rückgang des Gesamtvolumens. „Wir haben in unseren strategischen Planungen nicht verankert, dass wir weniger Autos verkaufen“, so Schregle. Allerdings leiden auch die Stuttgarter unter der aktuellen Kaufzurückhaltung. „Wir leben ein Stück weit vom Auftragsbestand“, räumte der Manager ein.

Die wachsende Konkurrenz durch chinesische Marken nehme Mercedes ernst, erklärte Schregle im Gespräch mit IfA-Direktor Stefan Reindl und warf dabei einen Blick zurück: Vor zehn Jahren habe die Industrie Tesla unterschätzt.

Der Manager sprach in Nürtingen auch über die Umstellung auf das echte Agenturmodell, die „größte Veränderung in unserer Vertriebswelt seit 40 Jahren“. Die Partner hätten nun mehr Planungssicherheit, Mercedes gewähre einen stabilen Netto-Gewinn. Mercedes übernehme das Bestandsmanagement und die Disposition – letzteres ist in Deutschland jedoch noch nicht der Fall. Die Händler könnten sich nun besser auf die individuelle Kundenberatung konzentrieren. „Wir eröffnen Spielräume für die Kundenbetreuung“, so Schregle.

Als zusätzliche Ertragssäule stellt der Manager dem Handel Services on Demand in Aussicht, die vor allem in Bezug auf autonomes Fahren eine Rolle spielen sollen. Mercedes wolle daraus künftig über eine Milliarde Euro Umsatz generieren.

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